Nani & Co. selbstbewusst: "Unser Ziel ist es, zu gewinnen"

Cedric Soares, Sporting Lissabon
Cedric Soares hat sich bei Sporting Lissabon zum Stammspieler entwickelt.
dpa, Mario Cruz

Kaum hat der FC Schalke 04 das gelungene Debüt von Roberto Di Matteo abgehakt, da wartet schon die nächste Partie - und ganz gewiss ein härterer Brocken als am Samstag die Hertha. Sporting Lissabon kommt mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen, ganz starken Einzelspielern und einem aufmüpfigen Talent mit deutschen Wurzeln. Der portugiesische Vize-Meister in der sport.de-Analyse.

Falls sich auf Schalke noch nicht herumgesprochen haben sollte, dass Sporting Lissabon keineswegs nur Laufkundschaft ist, dem sei das Spiel der Grün-Weißen vom vergangenen Wochenende ans Herz gelegt. In der 3. Runde des nationalen Pokals gewann die Mannschaft von Trainer Marco Silva mit 3:1 beim FC Porto und bewies erneut, dass man sich in Portugal hinter dem Stadtrivalen Benfica zur zweiten Kraft aufgeschwungen hat.

In der Meisterschaft noch ungeschlagen, reist der Tabellenvierte der 'Liga Zon Sagres' selbstbewusst nach Gelsenkirchen. "Unser Ziel ist es, zu gewinnen. Das ist unsere Mentalität. Wir kämpfen immer um den Sieg", sagte Rechtsverteidiger Cedric Soares dem 'kicker'. Der 23 Jahre alte Portugiese ist in Baden-Württemberg geboren, wie viele seiner Kollegen Nationalspieler und spuckt dementsprechend große Töne: "Ich will einer der Besten der Welt werden. Das ist mein Wunsch, warum soll ich anderes sagen?"

Dass Soares derartige Worte in den Mund nimmt, liegt an seiner positiven Entwicklung. Erst die Jugendmannschaften bei Sporting durchlaufen, dann in der Profi-Mannschaft Fuß gefasst, zuletzt zwei Mal 90 Minuten bei der Nationalelf durchgespielt. "Ich kann sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit meiner Karriere", berichtet Soares, dem im Sommer auch ein Angebot von Schalke vorgelegen haben soll. Was ist dran? "Sie werden verstehen, dass ich darüber vor so einem Spiel nicht sprechen will."

Sporting: Starke Einzelspieler als Fluch und Segen

Nani, Sporting Lissabon
Rückkehrer Nani ist Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Sporting Lissabon.
Getty Images, Bongarts

Reden wir also über Dinge, die offensichtlich sind, zum Beispiel den Briefkopf von Sporting: 18 Mal Meister, 15 Titel im nationalen Pokal, vor 50 Jahren gewannen die Hauptstädter sogar den Pokal der Pokalsieger - die Trophäensammlung kann sich sehen lassen. Das Problem dabei: Die fetten Jahre sind vorbei, die Feierlichkeiten zum letzten großen Titel (Meisterschaft 2001/02) schon fast vergessen. Mit dem 2. Platz in der vergangenen Spielzeit qualifizierte sich Sporting immerhin mal wieder für die Champions League.

Dabei hat Coach Silva durchaus Spieler mit internationalem Format in den Reihen. Der Marktwert von Kapitän und Keeper Rui Patrico, an dem unter anderem schon Liverpool, Arsenal und Barca interessiert gewesen sein sollen, wird auf 20 Millionen Euro taxiert. Nicht viel weniger wert ist der defensive Mittelfeldspieler William Carvalho, den auch so gut wie jeder europäische Top-Club auf seinem Zettel hat. Vorne wirbeln nicht nur die algerische WM-Entdeckung Islam Slimani und der pfeilschnelle Peruaner Andre Carillo, sondern vor allem der absolute Superstar der Portugiesen: Nani.

Der Linksaußen hatte die Jugend von Sporting durchlaufen, von 2005 bis 2007 bei den Profis gespielt, ehe er zu Manchester United wechselte. Nach sieben Jahren auf der Insel folgte in diesem Sommer die umjubelte Rückkehr zu seinem Heimatverein, allerdings erst einmal nur auf Leihbasis. Im offensiv ausgerichteten 4-4-3-System war Nani auf Anhieb der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der 'Löwen', so auch in der 'Königsklasse'. Der 27-Jährige erzielte den Treffer bei Sportings 1:1 zum Auftakt bei NK Maribor und war auch gegen den FC Chelsea (0:1) der beste Mann in den Reihen der Portugiesen.

Die Stärke von Sporting ist gleichzeitig die Schwäche: Die Einzelspieler haben zwar die Klasse, um eine Partie alleine entscheiden zu können, die mannschaftliche Geschlossenheit bleibt dabei aber auf der Strecke. Besonders für die Offensivkräfte um Nani ist Abwehrarbeit ein Fremdwort. Schafft es Schalke wie gegen Hertha BSC (2:0) aus einer gut organisierten Defensive schnell umzuschalten, sollten die drei Punkte trotz aller Stärken der Gäste im Revier bleiben.