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Nahost: Waffenruhe zwischen Israel und Hamas scheint in weiter Ferne

Nahost: Waffenruhe zwischen Israel und Hamas scheint in weiter Ferne

"Israel wird keine Verhandlungen unter Feuer führen"

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht 17 Ziele im Gazastreifen bombardiert. So seien es seit dem Ende der Feuerpause am Freitag es 250 Ziele gewesen, wie eine israelische Militärsprecherin bestätigte. In der Nacht zu Sonntag wurde dabei ein Palästinenser getötet. Sieben weitere Menschen wurden verletzt, wie Sanitäter sagten. Der Angriff habe sich im Flüchtlingslager Dschebalja ereignet.

Die Kämpfe zwischen Israel und der Hamas gehen weiter
Israel und Hamas bombadieren sich weiter

Nach einer ruhigen Nacht feuerten militante Palästinenser am Sonntagmorgen erneut zwei Raketen auf Israel ab. Sie seien in der Nähe des Warenübergangs Kerem Schalom eingeschlagen, sagte die Sprecherin.

Indes weigert sich Israel in Kairo über eine Waffenruhe mit den militanten Palästinensern zu verhandeln, solange die Raketenangriffe andauern. "Israel wird keine Verhandlungen unter Feuer führen", bekräftigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Außerdem werde sich Israel weiter "für eine Veränderung der Realität und Ruhe für all seine Bürger einsetzen", betonte er weiter. Man habe zu keinem Zeitpunkt ein Ende der vor mehr als einem Monat begonnenen Offensive 'Zuk Eitan' (Fels in der Brandung) erklärt. Israel will die Offensive im Gazastreifen bis zum Erreichen seiner Ziele fortsetzen. "Das wird Zeit beanspruchen", so Netanjahu.

Die palästinensische Delegation hält sich derweil weiter in Kairo auf. Mussa Abu Marsuk, ein ranghoher Funktionär der Hamas, warf Israel mangelnde Ernsthaftigkeit bei den Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe vor. "Wir werden nicht mehr lange bleiben, wenn es keine ernsthaften Verhandlungen gibt", sagte er der palästinensischen Zeitung 'Al-Quds'. Die kommenden 24 Stunden seien entscheidend, sagte Abu Marsuk. Die Palästinenser fordern unter anderem eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens durch Israel sowie die Freilassung von Häftlingen.

Unterstützung bei Waffenstillstand aus Europa

Derweil appellieren die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens an Israel und die Palästinenser eine erneute Waffenruhe auszurufen. "Wir rufen beide Seiten auf, unverzüglich zur Waffenruhe zurückzukehren", heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Minister Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius, und Philipp Hammond. "Die in diesem Zusammenhang laufenden Bemühungen Ägyptens haben unsere volle Unterstützung." Deutschland, Frankreich und Großbritannien stehen nach Angaben ihrer Außenminister bereit, "Unterstützung bei der Herstellung eines dauerhaften Waffenstillstands zu leisten".

Bei den seit dem 8. Juli andauernden Kämpfen sind nach Angaben der Behörden im Gazastreifen knapp 1.900 Palästinenser getötet worden. Israel spricht von 64 getöteten Soldaten sowie drei Zivilisten, die bei dem Beschuss durch Raketen ums Leben kamen. Nach dem neuen Aufflammen der Gewalt steigt die Zahl der Flüchtlinge im Gazastreifen wieder. Rund 220.000 Menschen suchten derzeit in Einrichtungen der UN Schutz, schrieb Chris Gunness, Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, auf Twitter. Die Zahl war während der letzten Waffenruhe vorübergehend gesunken, weil viele Menschen in ihre Wohngebiete zurückgekehrt waren.