Nahost-Konflikt: Kinder zwischen den Fronten

07. Oktober 2014 - 11:25 Uhr

"Ich weiß nicht, warum die Raketen auf uns schießen"

In den Sommerferien draußen spielen oder schwimmen gehen – für Kinder in Israel und dem Gazastreifen ist das zurzeit ein ferner Wunschtraum. In dem blutigen Nahost-Konflikt müssen sie jeden Tag fürchten, bei einem Raketenangriff ums Leben zu kommen. Egal ob Israelis oder Palästinenser, Angst und Unverständnis über die Gewalt gegen Kinder bewegen beide Seiten.

Kinder in Israel und dem Gazastreifen geraten zwischen die Fronten.
Spielen im Luftschutzbunker - die Kinder versuchen trotz der schwierigen Situation Spaß zu haben und sich abzulenken.

RTL-Reporterin Raschel Blufarb hat mit israelischen Kindern nahe der Grenze zum Gazastreifen gesprochen. "Ich hatte so Angst, dass ich es nicht mehr schaffe", sagte ein Mädchen, nachdem sie in einen Bunker fliehen konnte. Ertönt Alarm, müssen sich die Kinder vor den Angriffen in Luftschutzräumen in Sicherheit bringen. Fast Dreiviertel aller Kinder in Israel verbringen ihre Sommerferien in geschützten Gebäuden. Wo ihre Eltern sind, wissen sie oft nicht. Ein Mädchen weint am Telefon: "Papa, ich bin im Bunker. Wo bist du denn?"

"Ich weiß nicht, warum die Raketen auf uns schießen", sagte ein 9-jähriger Junge. Trotz der schlimmen Situation versuchen die Kinder, sich die Zeit zu vertreiben. "Es ist ok hier, weil wir alle zusammen sind. Wir fühlen alle dasselbe, und so schaffen wir es, das zusammen auszuhalten", so ein Mädchen in einem Luftschutzbunker.

Auf Seiten der Palästinenser schaffen genau das viele Kinder nicht: Sie finden keinen Schutz vor den israelischen Luftangriffen. Familie al-Kilani ist bei einem israelischen Angriff auf ein Hochhaus ums Leben gekommen – Ibrahim al-Kilani, seine Frau und ihre 5 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren. Ibrahims Ex-Frau aus Siegen hatte noch am Abend zuvor mit ihm telefoniert. "Ich höre immer noch die Kinder im Hintergrund. Ich höre nur, wie er immer sagt: Macht euch keine Sorgen."