Nächster Diesel-Hammer: Diversen VW-Fahrern droht Stilllegung ihrer Autos

Vielen VW-Dieselfahrern droht Ärger (Symbolbild)
Vielen VW-Dieselfahrern droht Ärger (Symbolbild)
© REUTERS, MATTHIAS RIETSCHEL, MR

08. Mai 2018 - 17:50 Uhr

Dieselumrüstung: Fristen laufen aus

Der Dieselskandal und seine Folgen bleiben im Fokus der Öffentlichkeit: Vielen VW-Dieselfahrern droht die Stilllegung ihres Wagens. Für einige Euro-5-Diesel-Modelle, darunter Passat, Golf, Caddy und Touareg, liefen Ende April die Fristen aus, die das Kraftfahrt-Bundesamt den Wagenhaltern zur Umrüstung gesetzt hatte.

Auf Besitzer kommen Kosten zu

Zunächst bekommen Autofahrer, die noch nicht nachgerüstet haben, Schreiben, in denen sie an die abgelaufene Frist erinnert werden. Wie das 'Handelsblatt' berichtet, könnten Wagen allerdings bei Nichtbeachtung anschließend stillgelegt werden. In Nordrhein-Westfalen gibt es beispielsweise die Weisung an die Zulassungsstellen, Diesel-Wagen kostenpflichtig aus dem Verkehr zu ziehen, sofern sie nicht nachgerüstet wurden. Dann könnte es für die Besitzer teuer werden.

Abschalteinrichtung bei Audi-Modellen?

Das Kraftfahrt-Bundesamt nimmt außerdem auch die VW-Tochter Audi ins Visier. Wegen des Verdachts auf eine unzulässige Abschalteinrichtung bei Audi V6TDI-Fahrzeugen der Modelle A6 und A7 hat die Behörde eine amtliche Anhörung eingeleitet, wie ein KBA-Sprecher am Dienstag in Flensburg sagte. Allein in Deutschland sind 33.000 zugelassene Fahrzeuge betroffen.

In einer Anhörung hat der Autobauer nun Gelegenheit, seine Sicht der Dinge darzulegen. Bestätigt sich der Verdacht und die Fahrzeuge haben eine unzulässige Abschalteinrichtung, drohen verpflichtende Rückrufe, wie es schon bei Millionen von VW-Dieselautos der Fall war. Weltweit sind rund 60.000 A6- und A7-Modelle betroffen.

Laut 'Spiegel' handelt es sich um Audi A6-Fahrzeuge mit der neuen Schadstoffklasse Euro 6. Diese Wagen benötigen für eine reibungslose Funktion Harnstoff, der in den Abgasstrom eingespritzt wird und dafür sorgt, dass die Stickoxide in harmlosen Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt werden. Damit der Kunde nicht selber Harnstoff nachfüllen müsse, sondern erst die Werkstatt beim nächsten Service, habe Audi die Einspritzung der Reinigungsflüssigkeit offenbar 2400 Kilometer bevor sie zuneige geht stark gedrosselt.