RTL News>Formel 1>

Nächster Brief und Deadline: Sieben Formel-1-Teams wollen Antworten von der FIA

Nach Erkläung zu möglichem Motor-Schummel bei Ferrari

Nächster Brief und Deadline: Sieben Formel-1-Teams wollen Antworten von der FIA

Christian Horner, Toto Wolff und Cyril Abiteboul
Christian Horner, Toto Wolff und Cyril Abiteboul
Imago Sportfotodienst

Der PS-Zirkus präsentiert: "Die aufmüpfigen 7 gegen die FIA"

Der Streit um den Geheim-Deal zwischen FIA und Ferrari über den möglichen Motoren-Schummel der Roten 2019 geht in die nächste Runde. Nachdem die FIA eine Protestnote von sieben F1-Teams gegen den Deal mit Verweis auf ihre Gerichts- und Disziplinarordnung abgeschmettert hatte, schrieben die ‚Aufmüpfigen 7‘ dem Motorsport-Weltverband den nächsten Brief.

Mercedes, Red Bull und Co. sind weiter stinkig

Wie die BBC berichtet, ist der Inhalt des Schreibens zwar vertraulich. Die sieben Teams – Mercedes, Red Bull, McLaren, Renault, AlphaTauri, Racing Point und Williams – sollen der FIA aber eine Deadline gesetzt haben, um Antworten auf ihre drängendsten Fragen zu bekommen. Datum unbekannt.

Laut BBC geht es in dem Brief vor allem um folgende Punkte:

  • Warum war die FIA nicht in der Lage, die Zweifel an der Legalität des Ferrari-Motors nachzuweisen?
  • Warum bleibt die Einigung zwischen FIA und Ferrari einzig zwischen den Parteien und wurde nicht weiter kommuniziert?
  • Sollte das WM-Ergebnis des Vorjahres überprüft werden?
  • Was sagt das Versagen der FIA, Fakten darzulegen, ob der Ferrari-Motor legal war oder nicht, über die Fähigkeit des Verbandes aus, die technischen Regeln der F1 zu überwachen?

FIA von eigenen Regeln überfordert

Die FIA hatte zuvor mitgeteilt, dass die geheime Einigung mit Ferrari zum möglichen Motor-Schummel der Scuderia handelsüblich sei und der Gerichts- und Disziplinarordnung des Weltverbandes entspreche . Ein langwieriger Rechtsstreit mit Ferrari sei weder im Sinne des Sports noch der Meisterschaft.

Gleichzeitig räumte die FIA aber ein, nach ihren Untersuchungen bestehe der Verdacht, dass der 2019er Motor der Scuderia die Regeln gebrochen habe. Dies eindeutig zu beweisen, sei aber „materiell“ unmöglich.

Mit anderen Worten: Die FIA gibt zu, von der Komplexität ihres eigenen technischen Reglements überfordert zu sein und mögliche Regelbrüche nicht nachweisen, geschweige denn bestrafen zu können.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Marko poltert weiter: Red Bull sollte klagen

Die 'Aufmüpfigen 7' sind angesichts dieser absurden Sachlage mächtig stinkig. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko verglich die FIA schon mit dem von Korruption zerfressenen Fußball-Weltverband FIFA . „Zwischen FIA und FIFA fehlt nur noch ein Buchstabe“, polterte der Österreicher in einem Interview mit ‚Münchner Merkur‘ und ‚tz‘.

Im ‚Spiegel‘ legte Marko nach. Nicht Ferraris mögliche Schummelei sei der „eigentliche Skandal“, sondern das Verhalten der FIA.

„Wir müssten eigentlich Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner anweisen, auf 24 Millionen Dollar Preisgelder zu klagen, die uns für Platz zwei in der Konstrukteurswertung zugestanden wären, hätte man Ferrari entsprechend bestraft“, so der 76-Jährige.