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Nadel im Unterleib - Frau erhält Schmerzensgeld

Behandlungsfehler der Ärzte

Nadel im Unterleib - Frau erhält Schmerzensgeld

ARCHIV - 11.12.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Nicole S. aus Aalen steht vor einem Verhandlungssaal im Oberlandesgericht. Seit fast fünf Jahren lebt die 30-Jährige mit einer vergessenen Operationsnadel im Körper. Am Oberlandesgericht (OLG) Stuttg
Vergessene Operationsnadel - 30-Jährige will mehr Schmerzensgeld.
bwe sab bwe, dpa, Andreas Rosar

Ärzte im Bundeswehrkrankenhaus haben die Nadel während einer OP vergessen

Eine junge Frau aus Aalen in Baden-Württemberg lebt mit einer Nadel im Körper, die Ärzte während einer Operation dort vergessen haben. Nun bekommt die Patientin eine Entschädigung.

Die Frau war wegen einer Nierensteinoperation im Krankenhaus

Weil Ärzte im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm bei einer Operation eine Nadel im Unterleib einer Patientin vergessen haben, muss die Bundesrepublik Deutschland ihr Schmerzensgeld zahlen. In einem Berufungsverfahren gab das Oberlandesgericht Stuttgart am Donnerstag einer 30-Jährigen Recht und verurteilte den Träger der Klinik zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 10.000 Euro.

Die Frau aus Aalen hatte sich 2013 das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm für eine Nierensteinoperation ausgesucht. Im März wurde operiert. Zwei Monate später informierten die Ärzte sie darüber, dass eine von vier bei der Operation eingesetzten Nadeln in ihrem Unterleib vergessen wurde.

Reiten oder Inlineskates sind für die Frau tabu

Aktuell liegt die Nadel tief an einem Lendenmuskel. Mindestens einmal hat sie sich seit der OP im Körper bewegt. Schmerzen verursache die Nadel aktuell zwar nicht, jedoch bleibe eine permanente Unsicherheit, erzählte die 30-Jährige. Ärzte hätten ihr geraten, nichts zu tun, durch das sie stürzen könne. Reiten oder Inlineskates fahren mit ihren beiden Kindern seien tabu. Herausoperieren möchte sie die Nadel nicht. Zumal jede OP ein Risiko sei - und Ärzte ihr auch davon abgeraten hätten.

Der Klägerin wurde zudem ein Schadenersatz für bisher entstandene materielle Schäden von 2.000 Euro zugesprochen. Wie das Landgericht Ulm sieht der Stuttgarter OLG-Senat im Zurücklassen der 1,9 Zentimeter langen Nadel einen schuldhaften - aber nicht groben - Behandlungsfehler der Klinik. Eine Revision ist nicht zugelassen.