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Nachwuchssorgen bei Teufelsaustreibern und Geisterbeschwörern: Gehen der Kirche die Exorzisten aus?

Nachwuchssorgen bei Teufelsaustreibern und Geisterbeschwörern: Gehen der Kirche die Exorzisten aus?

Eine Bischofs Statue mit Heiligenschein ist am 29.06.2015 in Bamberg (Bayern) im Mondschein zu sehen. Foto: Nicolas Armer/dpa | Verwendung weltweit
Nachwuchssorgen bei Exorzisten (Symbolfoto).
nar fdt, picture alliance / dpa, Nicolas Armer

Katholische Kirche schlägt Alarm

Die Welt ist manchmal ein böser Ort und damit sich das ändert, werden Spezialisten benötigt. Auch Teufelsaustreiber zählen hierzu, zumindest meldet die katholische Kirche einen großen und vor allem steigenden Bedarf an Exorzisten. Gleichzeitig beklagt die Kirche einen Nachwuchsmangel.

"Wir sind zu wenige, die Wartezeiten sind lang"

Die katholische Kirche vermerkt eine steigende Nachfrage an Geisterbeschwörern. Dies belegen auch Zahlen aus Deutschland: Laut dem Erzbistum Köln ist die Zahl der Menschen, die einen Exorzisten beanspruchen, in den vergangenen Jahren stark gestiegen. In Italien allein suchen etwa 500.000 Menschen jährlich einen Geisterbeschwörer auf.

Allerdings gibt es nicht genug Nachwuchs-Exorzisten, hieß es bei einem Treffen der Internationalen Vereinigung der Exorzisten im sizilianischen Palermo. "Alle Menschen, die zu uns kommen, leiden. Doch wir sind zu wenige, die Wartezeiten sind lang", sagte Kapuzinerpater Paolo Carlin der Zeitung 'Corriere della Sera'.

Exorzisten seit 2014 offiziell vom Vatikan anerkannt

Der  Hubschrauber mit Papst Benedikt XVI. fliegt am 28.02.2013 am Petersdom vorbei vom Vatikan über Rom zum Castel Gandolfo. Um 20 Uhr endet die Amtszeit von Papst Benedikt, nachdem er zurückgetreten ist. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++(c) dpa - B
Seit 2014 ist die Internationale Vereinigung der Exorzisten von der vatikanischen Kleruskongregation anerkannt.
dpa, Bernd Von Jutrczenka

Die Internationale Vereinigung der Exorzisten wurde 1994 vom Theologen Gabriele Amorth gegründet. Der Vereinigung gehören vor allem Priester an, die sich auf medizinische und psychiatrische Kenntnisse stützen. Die Vereinigung zählt 400 Mitglieder, von denen 240 aus Italien kommen. Seit 2014 ist die Vereinigung von der vatikanischen Kleruskongregation anerkannt. Geisterbeschwörungen dürfen seither offiziell von einem geeigneten Priester vorgenommen werden.

Zu wenige Priester lassen sich jedoch als Geisterbeschwörer ausbilden oder werden von der katholischen Kirche als Seelsorger ernannt. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Christen nicht mehr an die Existenz des Bösen glaubten, so der Theologe Cesare Truqui im Gespräch mit dem Nachrichtenportal 'Vatican News'.

Die meisten Exorzisten praktizieren noch immer in Italien. Das Land verzeichnet eine steigende Zahl von Sekten. Viele Menschen wenden sich verstärkt an Kartenleser und selbsternannte Heiler und Magier. Doch der sizilianische Priester und Exorzist Benigno Palilla meint, das treibe Hilfesuchende in die Hände von selbsternannten Magiern und Teufelsaustreibern. Dieser Trend öffne den Dämonen Tür und Tor, sagte er 'Vatican News'.