Nachtjournal-Moderatorin Ilka Eßmüller unterwegs mit Dieter Nuhr: „Fanatismus ist albern“

01. Juli 2015 - 11:58 Uhr

Gericht: Nuhr darf Hassprediger genannt werden

Für die Rubrik "Unterwegs mit …" traf RTL-Nachtjournal-Moderatorin Ilka Essmüller den 54-jährigen Kabarettisten Dieter Nuhr, der sich nach einem Gerichtsurteil vom 19. Mai gefallen lassen muss, wegen seiner Islam-Kritik als "Hassprediger" bezeichnet zu werden.

Nuhr war vor gut zwei Wochen vor dem Stuttgarter Landgericht mit dem Versuch gescheitert, dem Osnabrücker Muslim Erhat Toka eine solche öffentliche Einschätzung im Internet verbieten zu lassen. Die Bezeichnung sei noch durch die Meinungsfreiheit gedeckt, so das Gericht.

"Jeder soll leben wie er will. Ich bin überhaupt kein Mensch, der von anderen fordern würde, wie sie zu leben haben. Aber ich fordere, dass das bei mir auch respektiert wird. Wir haben uns unsere bürgerlichen Freiheiten über Jahrhunderte erkämpft, und ich finde es völlig irrsinnig, da religiösen Irrationalisten nachzugeben", sagt Nuhr über seine Islam-Kritik.

"Ich dachte, Blatter ist unkaputtbar"

Fanatismus in jedweder Form lehnt er ab: "Links, rechts, religiös – Fanatismus ist durchaus immer Ziel meiner Komik, weil ich ihn grundsätzlich für albern halte. Weil ich mir natürlich immer darüber bewusst bin, dass ich irren kann. Ich zweifele ständig an meinen Positionen. Und Leute, die das nicht tun, sind die, die die Welt in Schutt und Asche legen. Und das sind die, die glauben, wegen der Wahrheit andere Menschen töten zu können. Das sind Fanatiker. Das zeichnet aber jede Form von Fanatismus aus, ideologischen Fanatismus wie religiösen."

Auch über den Rückzug von FIFA-Boss Sepp Blatter äußerte er sich: "Vielleicht stopfen sie ihn aus und setzen ihn ins Foyer oder so. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er wirklich weg ist. Ich habe gedacht, der ist unkaputtbar."

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