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Nachschub für Hinrichtungsgift in den USA stockt

Nachschub für Hinrichtungsgift in den USA stockt

Viele Todeskandidaten in den USA können mit einer unverhofften Galgenfrist rechnen. Mehrere US-Bundesstaaten müssten die Vollstreckung von Todesurteilen aufschieben, weil ein Hinrichtungsgift nicht mehr lieferbar ist. Der einzige in den USA zugelassene Hersteller erklärte, den Stoff nicht weiter produzieren zu wollen. Ersatz bietet derzeit nur ein Tiernarkosemittel, dessen Anwendung heftig umstritten ist.

Eigentlich wollte der Hersteller Hospira das Narkosemittel Natrium-Thiopental in Italien weiterproduzieren, nachdem die US-Produktion im August 2009 wegen eines Engpasses bei einem chemischen Bestandteil gestoppt wurde. Doch das EU-Land habe die Ausfuhr des Medikaments in die USA verboten, weil es dort zu Hinrichtungen verwendet werde. Hospira habe deswegen entschieden, den Stoff ganz vom Markt zu nehmen. In den USA hat der Hersteller nach eigenen Angaben keine Produktionsstätte mehr für den Wirkstoff.