Eine halbe Million Volt

Nachbar streckt Frau mit Elektroschocker nieder

8. April 2019 - 14:41 Uhr

Sechs Monate auf Bewährung

Er hätte sie fast getötet. Alles nur, weil Silke Schramm-Hofmann die Grundstücksgrenze zu ihrem Nachbarn übertreten haben soll. Matthias K. streckte die Friseurmeisterin mit einen Elektroschocker nieder. Jetzt wurde der 64-Jährige zu sechs Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt.

500.000 Volt strömten durch den Körper

Als Silke Schramm-Hofmann das Amtsgericht Aue betrat, hielt ihr Mann ihre Hand. So nah wie hier war sie ihrem Angreifer seit der beinahe tödlichen Attacke nicht mehr. Noch heute hat sie psychisch mit den Folgen des Stromschlags zu kämpfen. 500.000 Volt waren durch ihren Körper geschossen, als Matthias K. der 54-Jährigen den Elektroschocker an den Körper drückte. Zum Vergleich: Auf einer Steckdose in Deutschland sind 230 Volt Spannung. K. musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Silke Schramm-Hofmann geht regungslos zu Boden

Seit Jahren stritten sich Silke Schramm-Hofmann und Matthias K. wegen der Grundstücksgrenze. So sehr, dass K. zuletzt angeblich Kameras installierte und eine zwei Meter hohe Beton-Mauer als Abgrenzung bauen wollte. Sein Vorwurf: Immer wieder habe seine Nachbarin sein Grundstück heimlich hinter einem Schuppen betreten.

Schramm-Hofmann erzählt eine andere Version. Als sie gehört habe, dass ihr Nachbar eine Mauer bauen wolle, habe sie hinter dem Gartenhaus Geräte wegräumen wollen. Fest steht: An diesem Tag kam es zu der Elektroschock-Attacke.

Ein Video zeigt, wie Matthias K. seine Nachbarin immer weiter zurückschubst. Plötzlich fällt sie wie gelähmt zu Boden. Wie schlimm der Angriff ihres Nachbarn war und wie Silke Schramm-Hofmann noch heute darunter leidet, das sehen Sie im Video.

Angst, in den eigenen Garten zu gehen

Vor Gericht sah Silke Schramm-Hofmann diese Aufnahmen zum ersten Mal. "Ich habe es vorher absichtlich vermieden", sagte sie. Sie traue sich nicht einmal mehr, ihren eigenen Garten zu betreten: "Sobald ich merke, dass er auf seinem Grundstück ist, bin ich bestimmt nicht in der Nähe vom Zaun, weil ich einfach Angst habe." Nach dem Gerichtsurteil bleibt die Hoffnung, dass sich ihr Nachbar in Zukunft von ihr fernhält.