Gericht macht Verbot rückgängig

Stierkampf kehrt nach Mallorca zurück

San Fermin Festival in Pamplona
© dpa, Alvaro Barrientos, nwi

09. August 2019 - 13:32 Uhr

Proteste gegen Stierkampf auf Mallorca

Muss das sein? Zwei Jahre lang durften auf Mallorca keine Stiere mehr getötet werden - nun feiert das Spektakel dank der spanischen Justiz sein Comeback. Tierschützer sind entsetzt und protestieren.

„Das ist keine Kultur, sondern Tortur!“

31.07.2019, Spanien, Palma: Ein Plakat wirbt für einen Stierkampf am 09. August vor der Stierkampfarena von Palma de Mallorca. Nach zwei Jahren ohne Stierkämpfe sollen am 09.08.2019 erstmals wieder Stiere im Coliseo Balear auf Mallorca getötet werden
Rückkehr des Stierkampfs auf Mallorca
© dpa, Clara Margais, vco sab

Schon seit Tagen protestieren Tierschützer vor dem Rathaus von Palma gegen die für Freitag (9. August) geplante "Corrida" mit Parolen wie "Das ist keine Kultur, sondern Tortur!".

Das spanische Verfassungsgericht hatte im Dezember 2018 ein balearisches Stierkampfverbot aus dem Jahr 2017 in Teilen gekippt. Begründung: Da der Stierkampf 2013 zum nationalen Kulturgut erklärt worden sei, könne nur der Staat über ein komplettes Verbot entscheiden. Die einzelnen Regionen dürfen demnach nicht eigenmächtig solche Beschlüsse fassen.

Stierkampffreunde sind unzufrieden

Nachdem bereits 2016 in Katalonien ein entsprechendes Verbot rückgängig gemacht worden war, sind nun die Kanaren die einzige Region des Landes, in der noch eine Art Stierkampfverbot gilt. Dort gibt es aber auch keine Tradition dieses Spektakels.

Auf Mallorca darf das Spektakel zur Freude von Stierkampffreunden wieder stattfinden. Die sind trotzdem empört, darüber, dass Minderjährige nicht mehr in die Arena dürfen und kein Alkohol mehr ausgeschenkt wird. Diese Artikel aus dem balearischen Stierkampfgesetz hatte das Verfassungsgericht für rechtmäßig erklärt.

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