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Nach WM-Aus: Entscheidung über Joachim Löws Zukunft erst kommende Woche

Löw: "Es braucht klare Veränderungen"

Bleibt Joachim Löw Bundestrainer oder bleibt er es nicht? Das ist nach dem historischen WM-Debakel der deutschen Nationalmannschaft in Russland die Frage, die ganz Fußball-Deutschland umtreibt. Löw selbst hat nach der Rückkehr nach Deutschland zunächst offengelassen, ob er im Amt bleibt und eine Analyse angekündigt.

Löw will klare Antworten geben

"Jetzt brauchen wir Zeit und ein paar Gespräche, dann werden wir klare Antworten geben", so Löw nach der Landung der Mannschaft auf dem Flughafen in Frankfurt. Er erklärte erneut, dass er die Verantwortung dafür übernehme, dass die Mannschaft nicht in Form gewesen sei.

Der 58-Jährige sieht auch die Aufarbeitung für die Ursachen in seiner Zuständigkeit. "Es gibt nicht nur einen Grund, es gibt ja mehrere Gründe", sagte Löw und betonte: "Es braucht klare Veränderungen." Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das EM-Vorrunden-Aus 2004, anschließend war Jürgen Klinsmann Bundestrainer geworden und Löw sein Assistent. Nach der WM 2006 übernahm Löw dann den Job.

​Er zeigte sich auch einen Tag nach dem Scheitern in Russland noch tief enttäuscht. "Das braucht ein bisschen Zeit, bis wir das alles irgendwie verdaut haben. Wir haben wirklich enttäuscht, von daher sind wir alle wahnsinnig traurig."

Grindel: Entscheidung in der kommenden Woche

DFB-Präsident Reinhard Grindel erwartet, dass sich Löw in der kommenden Woche zu seiner Zukunft äußern wird. "Wir sind übereingekommen, dass die Sportliche Leitung im Laufe der kommenden Woche der Führung des DFB eine erste Analyse vorlegen wird, und dann rechne ich auch damit, dass sich der Bundestrainer zu seiner Zukunft äußern wird", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes einen Tag nach dem erstmaligen Scheitern einer deutschen Nationalmannschaft in einer WM-Vorrunde. "Wir werden täglich in Kontakt sein", bestätigte Teammanager Oliver Bierhoff: "Gegen Ende der nächsten Woche werden wir zusammenkommen und dann weiterdiskutieren."

Die vor der WM geäußerte Auffassung, dass Löw der Richtige für den einzuleitenden Umbruch sei, habe sich nach der WM nicht geändert. "Ich kenne niemanden im Präsidium, der eine andere Meinung vertreten würde", sagte Grindel. Der DFB hatte Löws Vertrag vor dem Turnier bis 2022 verlängert.

"Es kommt jetzt darauf an, dass wir nicht in Hektik oder Aktionismus verfallen, sondern die tiefgreifenden Änderungen, die wir jetzt brauchen, auf den Weg bringen", betonte Grindel und fügte hinzu: "Ich glaube, es ist klug, das mit der Bundesliga zu machen." Die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs solle gemeinsam gestärkt werden.

Neuer nimmt Löw aus der Schusslinie

Unterstützung erhielt der angeschlagene Löw von Manuel Neuer. "Wir sind Mannschaftssportler und sind dafür zuständig, die Leistung auf dem Platz zu bringen, das haben wir nicht geschafft", sagte der DFB-Kapitän und betonte: "Wir Spieler sehen uns in erster Linie in der Verantwortung." Das Team sei von den Trainern gut auf die WM-Spiele vorbereitet worden. "Wir haben vieles vergeigt, wir haben uns das selbst zuzuschreiben", so der 32-Jährige.

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