Nach Corona-Demo in Berlin: Bundespräsident ehrt Polizisten

Polizei-Helden von der Reichstagstreppe unterschreiben im Goldenen Buch für ihre Einheiten

02. September 2020 - 9:29 Uhr

Steinmeier empfängt Stellvertreter der Polizei im Schloss Bellevue

Nach den Corona-Demonstrationen am Wochenende in Berlin hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Polizei für ihren Einsatz gedankt. Stellvertretend für alle Beamten, die am Wochenende im Einsatz waren, hat der Bundespräsident mehrere Polizisten ins Schloss Bellevue eingeladen und geehrt. Die vielen Tausend Polizistinnen und Polizisten hätten am Samstag "unter hohem persönlichem Risiko mit großer Professionalität Recht und Gesetz verteidigt", erklärte Steinmeier. Beim Eintrag ins Goldene Buch zeigte sich der Teamgeist der Polizei-Helden.

So unterschrieben die Polizisten im Goldenen Buch

Die Polizisten unterschrieben im Goldenen Buch des Bundespräsidenten stellvertretend für ihre Einheiten
Die Polizisten unterschrieben im Goldenen Buch stellvertretend für ihre Einheiten
© Privat

Die Polizisten hätten dafür gesorgt, dass Zehntausende Menschen ihr Grundrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit ausüben konnten. "Wirksam und beherzt, aber ebenso maßvoll und angemessen haben Sie gezeigt, dass unser Rechtsstaat funktioniert", sagte der Bundespräsident zu den anwesenden Polizisten.

Besonders die Beamten, die sich einzeln gegen einen wütenden Mob stellte, der versuchte den Reichstag zu stürmen, wurden am Wochenende bereits als Helden gefeiert. Polizeihauptkommissar Karsten Bonack, Polizeioberkommissar Timo Bester und Polizeikommissar Enes Ergin, die auf der Reichstagstreppe im Einsatz waren, waren zum Termin beim Bundespräsidenten geladen.

Zusätzlich empfing Steinmeier noch Jana Andresen und Eicke Bünsow von der Einsatzhundertschaft und Clemens Ritter von der Bundespolizei. Alle von ihnen trugen sich bei dem Besuch ins Goldene Buch ein – und zeigten auch da Größe. Die Polizei-Helden unterschrieben stellvertretend für ihre Einheiten. Die Beamten erklärten, sie würden sich wünschen, dass ihre Arbeit mehr Akzeptanz findet, als es gegenwärtig der Fall sei.

German President Frank-Walter Steinmeier speaks next to police officers who prevented demonstrators from entering the Reichstag Building during protests last weekend, during a news conference in Berlin, Germany, August 31, 2020. REUTERS/Hannibal Hans
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Besetzung der Treppe des Reichstagsgebäudes scharf.
© REUTERS, HANNIBAL HANSCHKE, MJB/ELO

Bundespräsident Steinmeier kritisiert "antidemokratische Hetze"

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German President Frank-Walter Steinmeier receives German police officers who were on duty on August 29, 2020 during demonstrations at the Reichstag building, at the presidential Bellevue palace in Berlin, Germany August 31, 2020. Tobias Schwarz/Pool
Die Polizisten hätten dafür gesorgt, dass Zehntausende Menschen ihr Grundrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit ausüben konnten, so Steinmeier.
© REUTERS, POOL, /awi

Steinmeier verurteilte die Besetzung der Treppe des Reichstagsgebäudes scharf. Vorwiegend rechte Demonstranten hatten eine Absperrung durchbrochen und waren die Treppe hochgestürmt, bevor die Polizei sie zurückdrängen konnte. "Reichsflaggen auf den Stufen des frei gewählten deutschen Parlaments, das Herz unserer Demokratie - das ist nicht nur verabscheuungswürdig, sondern angesichts der Geschichte dieses Ortes geradezu unerträglich" sagte der Bundespräsident. "Wir dulden keine antidemokratische Hetze und keine Herabwürdigung der Bundesrepublik Deutschland am Bundestag."

Steinmeier betonte aber auch, dass die Verteidigung der Demokratie in Deutschland nicht allein die Aufgabe der Polizei sei. "Sie ist Aufgabe und Pflicht der gesamten Zivilgesellschaft - und jedes Einzelnen. Aktiv, entschieden und mutig müssen wir gemeinsam den Feinden unserer Demokratie die Stirn bieten."

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