Nach US-Open-Pleite: Serena Williams bleibt bei Sexismus-Vorwürfen gegen Schiedsrichter

© dpa, Javier Rojas, zeus lof

9. September 2018 - 18:37 Uhr

Serena Williams: "Einem Mann hätte er dafür nie ein Spiel weggenommen"

Serena Williams blieb auch Stunden nach ihrer Pleite im US-Open-Finale gegen die Japanerin Naomi Osaka bei ihren Vorwürfen gegen Schiedsrichter Carlos Ramos. Dass dieser ihr erst einen Punkt, später gar, nachdem sie den Portugiesen einen "Dieb" und "Lügner" geschimpft hatte, ein ganzes Spiel abzog, sei glatter Sexismus.

"Bin hier, um für Frauenrechte und Gleichberechtigung zu kämpfen"

Williams' Anklage gegen den Mann – bzw. die Männer – auf dem Stuhl: 'Ihr messt mit zweierlei Maß, behandelt eine Spielerin nicht wie einen Spieler!'

"Ich habe andere Männer gesehen, die andere Dinge zu anderen Schiedsrichtern gesagt haben", sagte die 36-jährige Amerikanerin auf der PK nach ihrer 2:6, 4:6-Niederlage gegen Osaka und legte nach: "Ich bin hier, um für Frauenrechte, Gleichberechtigung und all das zu kämpfen. Ich habe ihn als Dieb bezeichnet, weil er mir ein Spiel weggenommen hat, das fühlt sich für mich sexistisch an. Einem Mann hätte er dafür nie ein Spiel weggenommen."

Journalisten applaudieren Williams

Williams sieht sich als Vorkämpferin und hofft, mit ihrem Wutausbruch unterdrückte Frauen zu inspirieren. Was sie beim Endspiel in New York "erdulden musste, ist ein Beispiel für die nächste Person, die ihre Emotionen ausdrücken will, um eine starke Frau zu sein. Nach heute werden sie es dürfen. Vielleicht hat es nicht für mich funktioniert, aber es wird für die nächste funktionieren."

Viele der anwesenden Journalisten applaudierten Williams für ihre Rede.

Tennis-Verband WTA schaltet sich ein

Schiedsrichter Ramos hatte Williams Anfang des 2. Satzes wegen "unerlaubten Coachings" ihres Trainers verwarnt (was dieser später zugab). Die Grand-Slam-Rekordsiegerin tickte daraufhin aus, lederte gegen Ramos und forderte den Schiri sogar auf, sich bei ihr zu entschuldigen. Nachdem Williams später wutentbrannt ihren Schläger zertrümmerte, blieb dem Offiziellen nichts anderes übrig, als ihr einen Punkt abzuziehen. Als die Tennis-Queen Ramos daraufhin "Dieb" nannte, folgte der Spielabzug.

Zudem muss Williams für ihr unsportliches Verhalten eine Geldstrafe in Höhe von 17.000 Dollar bezahlen, kündigte der Veranstalter an.

Eines hat sie aber dennoch erreicht: Der Tennis-Weltverband der Frauen WTA kündigte an, die Vorkommnisse während des Spiels zu untersuchen.