Nach dem Urteil gegen die Lügde-Täter

Opfer Michaela Vandieken hofft jetzt auf ein bisschen Glück

09. September 2019 - 9:22 Uhr

Andreas V. und Mario S. können niemandem mehr etwas tun

Als das Urteil gegen die Hauptverdächtigen im Lügde-Prozess fiel, war Michaela Vandieken nicht im Gerichtssaal. Die letzten Tage und Wochen waren einfach zu viel für sie. Der 56-jährige Dauercamper Andreas V. wurde wegen des jahrelangen Kindesmissbrauchs zu 13 Jahren Haft verurteilt, der 34-jährige Mitangeklagte Mario S. muss 12 Jahre ins Gefängnis. Beide bekommen außerdem anschließende Sicherheitsverwahrung. Michaela ist eins der Opfer, wie sie im RTL-Interview erzählte. Was sie von dem Urteil gegen die Männer denkt – in unserem Video.

Ureil im Lüdge-Prozess: Michaela will nun eine Therapie beginnen

Für Michaela zählt jetzt, da sie weiß, dass ihr Peiniger nie wieder frei kommt, nur eins: Sie will endlich abschließen und nach vorne schauen. "Ich hoffe, es wird auch mal wieder so, wie es mal war", erzählt sie RTL-Reporter Wolfram Kuhnigk im Interview. Sie will nun eine Therapie beginnen und hofft dann einfach auf "ein bisschen Glück".

Das ist das Mindeste, was ihr und den anderen Missbrauchsopfern nach allem, was sie durchmachen mussten, zu wünschen ist. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass auf dem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen 34 Mädchen und Jungen immer wieder Opfer schwerer sexueller Gewalt geworden sind. Die Angeklagten filmten die Taten. "Wir haben im Prozess die Kinder kennengelernt und wir haben alle ganz schlimme Bilder der Taten im Kopf", sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung.

Doku: „Das Grauen von Lügde“ bei TVNOW

Missbrauch auf dem Campingplatz blieb jahrelang unentdeckt

Jahrelang blieben die Taten unbemerkt und Andreas V. durfte sogar ein Pflegekind bei sich in der Campinglaube aufnehmen. Eine Psychiaterin hatte Andreas V. im Prozess als manipulativ, narzisstisch und antisozial beschrieben, mit einer tief verwurzelten Neigung für Kindesmissbrauch. Auch nachdem die Männer aufgeflogen waren, gab es Pannen. Beweismittel verschwanden, bevor sie ausgewertet wurden.