Nach Unwetter: Bundeswehr hilft in Düsseldorf mit "mobilen Kettensägetrupps"

12. Juni 2014 - 16:29 Uhr

300 Soldaten bei Aufräumarbeiten im Einsatz

Die Bundeswehr hilft Düsseldorf nach dem schweren Unwetter mit Panzern und Pionieren. 300 Soldaten sollen auf Anforderung der Stadt mindestens bis Sonntag in den Waldgebieten Straßen und Wege freiräumen, sagte Bundeswehrsprecher Uwe Kort.

Unwetter Bundeswehr hilft in Düsseldorf
Tief 'Ela' entwurzelte an Pfingsten 17.000 Bäume in Düsseldorf.
© dpa, Peter Geisler

Wegen der kurzfristigen Anforderung konnten die Panzer nicht auf Tieflader verladen werden. "Sie rollen jetzt auf Ketten mit Gummipolstern über die Autobahn nach Düsseldorf." Am Mittag sprangen die ersten Soldaten des Panzerpionierbataillons 1 in Düsseldorf aus ihren Lastwagen. Nun sollen sie "mobile Kettensägetrupps" bilden.

Um in der Bevölkerung keine Ängste auszulösen, sollen die Panzer nicht - wie zunächst vorgesehen - durch die Innenstadt rollen, sondern zunächst in einer Kaserne am Stadtrand parken, bevor sie am Freitagmorgen zum Einsatz kommen, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Tief 'Ela' hatte am Montagabend Gewitter mit Orkanböen über weite Teile Deutschlands wüten lassen. Düsseldorf war in NRW mit am stärksten vom Unwetter betroffen. 17.000 Bäume knickten um oder wurden entwurzelt.

Weiterhin Zugausfälle und Verspätungen in NRW

Nach den schweren Unwetterschäden entspannt sich die Lage im Bahnverkehr. In Nordrhein-Westfalen sei auf einigen regionalen Strecken der Betrieb wieder aufgenommen worden. Am Donnerstag sind aber immer noch zwölf Strecken gesperrt, darunter die Hauptstrecke Duisburg-Essen-Bochum-Dortmund, so ein Sprecher der Bahn. Die Fahrgäste müssen hier auf Ersatzbusse oder Taxen umsteigen.

"Es wird Tag und Nacht gearbeitet", sagt NRW-Bahnsprecher Dirk Pohlmann. Hunderte Mitarbeiter seien nur mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Fremdfirmen würden helfen, Bäume zu entfernen. Um die Oberleitungen schneller reparieren zu können, seien zu den vorhandenen fünf Spezialfahrzeugen fünf weitere aus anderen Bundesländern geholt worden.

Die Züge auf den Strecken Berlin-Hamburg, Berlin-Hannover und Berlin-Köln fahren nach Angaben der Deutschen Bahn wieder planmäßig. Reisende kommen zudem wieder im ICE von Dortmund nach Berlin. Auch die Trasse Richtung München funktioniert wieder, allerdings entfallen die Halte in Düsseldorf, Duisburg, Essen und Bochum, weil Züge über Wuppertal umgeleitet werden.

Die Entspannung im Schienenverkehr macht sich auch auf den Autobahnen bemerkbar, wo sich die Lage etwas normalisiert hat. Dennoch kam es erneut zu vielen Staus, weil Berufspendler vor allem im Ruhrgebiet S-Bahn- und Regionalbahnstrecken nicht nutzen konnten. Zeitweise wurden 160 Kilometer Stau gemeldet - am Dienstagmorgen waren es noch über 300 Kilometer.