Nach Unwetter: Bahnverkehr im Westen schwer beeinträchtigt

12. Juni 2014 - 16:29 Uhr

16 Züge stecken auf offener Strecke fest

Im Bahnverkehr kehrt nach den schweren Unwettern über Deutschland noch keine Normalität ein. Vor allem in Nordrhein-Westfalen können viele Züge aufgrund der Schäden nicht planmäßig die Bahnhöfe ansteuern, was sich auch bundesweit auswirkt. Der Bahnverkehr sei immer noch sehr stark beeinträchtigt, sagte ein Bahnsprecher - auch wenn einige Strecken bereits wieder wieder befahrbar seien.

Unwetter, Bahn
Rund um Essen, Mühlheim und Bochum bleibt der Bahnverkehr weiter gestört.
© dpa, Daniel Naupold

In Nordhrein-Westfalen ist nach Angaben der Bahn vor allem der Schienenverkehr rund um Essen, Mühlheim und Bochum noch gestört. Weiterhin steckten 16 Züge auf offener Strecke fest und blockierten die Trassen. Zwei Regionalbahnverbindungen von Köln nach Duisburg und von Emmerich nach Koblenz konnten hingegen wieder den Betrieb aufnehmen.

Am Mittwoch hatte die Bahn die Fernverkehrsstrecke von Hamburg nach Berlin gesperrt, weil umgestürzte Bäume auf den Gleisen lagen. Laut Bahn können die Züge aber heute wieder zwischen beiden Städten verkehren. Es käme nur noch zu leichten Verspätungen, da an zwei Stellen eingleisig gefahren werden müsse.

Reisende können zudem wieder im ICE von Berlin nach Dortmund oder nach Köln fahren. Auf diesen Strecken waren die Loks zuvor noch in Hamm gestoppt worden. Auch München-Dortmund funktioniert der Bahn zufolge wieder, allerdings fallen einige Halts im Rhein- und Ruhrgebiet aus. Auch die Verbindung von Frankfurt nach Amsterdam soll wieder nach Fahrplan fahren.

In der Nacht war es in großen Teilen Deutschlands ruhig am Himmel geblieben. Kräftige Gewitter zogen zum Teil mit viel Regen und Sturmböen über Bayern hinweg.

Versicherer: Schäden von mindestens 100 Millionen Euro

Versicherer schätzten die Schäden durch Tief 'Ela' auf mindestens 100 Millionen Euro. Um das Ausmaß der Schäden am Schienennetz abzuschätzen, würden die Strecken inzwischen mit Hubschraubern der Bundespolizei abgeflogen, berichtete die Bahn.

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums löste das Unwetter am Pfingstmontag landesweit rund 20.000 Einsätze von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. In Düsseldorf ist jeder vierte Baum beschädigt. In den Wäldern in NRW sind es etwa 80.000 Bäume - deutlich weniger als bei 'Kyrill', dem 15 Millionen Bäume zum Opfer fielen.