Auto von 66-Jähriger zerquetscht

Nach Unfall mit Betonplatte auf A3: Ingenieur untersucht Unglücksstelle

Betonteil stürzt auf Autobahn auf Wagen - Fahrerin tot
Betonteil stürzt auf Autobahn auf Wagen - Fahrerin tot
© dpa, WupperVideo, gfh

15. November 2020 - 18:47 Uhr

66-Jährige kommt bei dem Unfall ums Leben

Wie konnte das passieren? Ein Stück Beton aus der Lärmschutzwand an der A3 brach heraus und erschlug eine 66-jährige Autofahrerin in Köln. Die Suche nach der Ursache des Unfalls läuft auf Hochtouren. Nun hat sich ein Ingenieur die Unglücksstelle angesehen.

Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen

Nachdem die tonnenschwere Betonplatte das zufällig vorbeifahrende Auto zwischen dem Kreuz Köln-Ost und der Anschlussstelle Köln-Dellbrück zerquetschte, hat nun die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Es sei kein "klassischer Verkehrsunfall", teilten die Ermittler mit, darum habe man ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei muss nun prüfen, ob ein Tötungsdelikt (zum Beispiel fahrlässige Tötung) vorliegt.

Polizei und Sachverständige müssen nun klären, wie sich die Platte so plötzlich lösen und auf die Fahrbahn stürzen konnte. Neue Erkenntnisse dazu gebe es noch nicht, erklärte ein Polizeisprecher. Auch ein Ingenieur untersuchte die Unfallstelle, um die anderen Lärmschutzwände zu überprüfen. Niemand will, dass sich so ein Albtraum wiederholt.

Straßen.NRW lässt auch die anderen Wände überprüfen

Solange die Untersuchungen der Lärmschutzwände noch nicht abgeschlossen sind, bleiben die rechten Fahrspuren entlang der Wände gesperrt, wie der Landesbetrieb Straßen.NRW mitteilte. Nach dem Unglück war die Autobahn zeitweise vollständig gesperrt.

Mit dem Vorfall soll sich am Mittwoch auch der Verkehrsausschuss des Landtags beschäftigen. Die SPD-Fraktion hat eine Aktuelle Viertelstunde beantragt, in der die Landesregierung über das Unglück selbst und den Zustand der Lärmschutzwände vor Ort und in ganz NRW berichten soll. "Der tragische Tod der Autofahrerin macht uns alle fassungslos", sagte Carsten Löcker, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Das Unglück müsse aufgeklärt werden. "Gleichzeitig müssen wir ausschließen, dass weitere Gefahr von den Lärmschutzwänden ausgeht."