Der blanke Horror für die Reisenden

Nach Unfall auf A5: Opfer erheben Vorwürfe gegen Flixbus

Reisebus fährt auf Lastwagen auf.
Reisebus fährt auf Lastwagen auf.
© dpa, Alexander Hald, mut cul

07. Juni 2019 - 7:30 Uhr

Flixbus soll sich nicht um Opfer gekümmert haben

Gleich zwei Reisebusse der Firma Flixbus sind am vergangenen Mittwoch auf deutschen Autobahnen verunglückt. Auf der A1 Bremen musste die Fahrerin ihren Bus wegen eines Feuers stoppen, auf der A5 nördlich von Karlsruhe fuhr ein Flixbus einem Lastwagen auf - dabei wurden mehrere Menschen verletzt, drei von ihnen schwer. Nun erheben die Opfer Vorwürfe gegen das Busunternehmen.

"Ich habe nur Geschrei gehört, das war komplette Panik"

Die meisten Reisenden hätten noch geschlafen, als der Flixbus mit einem Lkw auf der Autobahn 5 bei Weingarten im Landkreis Karlsruhe zusammenstieß, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" und zitiert dabei ein 22 Jahre altes Unfall-Opfer: "Ich habe nur Geschrei gehört, das war komplette Panik." Sie sei mit ihrem Freund auf dem Weg von Ulm nach Köln gewesen. Es sei "wie im Traum" gewesen.

Doch laut der Zeitung sei es nach dem Unfall für die junge Frau noch schlimmer gekommen. Sie wirft Flixbus vor, sich nicht um die Passagiere aus dem Unfall-Bus gekümmert zu haben. Zwar hätten sie eine SMS mit Informationen über Stornierung und Erstattung von Tickets erhalten, doch hätte sie der Flixbus-Mitarbeiter vor Ort nicht wahrgenommen. Auch eine extra eingerichtete Hotline sei stumm geblieben. Ein lokaler Buspartner habe die Passagiere schließlich zum Hauptbahnhof in Karlsruhe gefahren.

Unfall-Opfer mussten offenbar bis zum Morgen ausharren

In Karlsruhe habe die Odysee der Unfall-Opfer noch mehrere Stunden angedauert, erzählt die 22-Jährige der Zeitung. Nach mehreren Versuchen habe man gegen acht Uhr den Flixbus-Kundenservice erreichen können, doch Hilfe bekamen sie offenbar nicht. Erst als der Schalter des Busunternehmens am Hauptbahnhof um neun Uhr öffnete, bekamen sie Tickets für die Weiterreise, erzählt die junge Frau.

Laut dem "Kölner Stadt-Anzeiger" bedauere das Unternehmen die Umstände. Man werde daran arbeiten, teilte ein Flixbus-Sprecher mit. Es sei "für uns schwer nachzuvollziehen", ob die "widersprüchlichen Aussagen" so getätigt wurden.

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Unfälle mit Flixbussen häufen sich

In letzter Zeit hatten sich die Unfälle mit Bussen der Firma Flixbus gehäuft. Erst kürzlich wurde bei einem Unfall auf der A9 eine Frau getötet, über 70 weitere Menschen wurden verletzt. Gegen den Busfahrer wird wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ermittelt. Im Dezember 2018 fing ein Flixbus auf der A3 Feuer, im August desselben Jahres wurden 22 Menschen bei einem Unfall bei Rostock verletzt.