16 Infizierte auf Flug von Wales nach Griechenland

Corona-Desaster auf TUI-Flug - Passagierin: Bekam erst fünf Tage später Infos

03. September 2020 - 10:19 Uhr

Passagierin erhebt Vorwürfe nach Corona-Flug

​Ein Flug von der griechischen Urlaubsinsel Zakynthos ins walisische Cardiff endet in einem völligen Desaster: In einem Urlaubsflieger des Reiseunternehmens TUI wurden nach der Landung in Großbritannien 16 Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet. Rund 200 Menschen sind nun in zweiwöchiger Quarantäne. Victoria Webb aus London war auch an Bord. Die Britin wurde erst fünf Tage nach dem Flug von TUI kontaktiert und erhebt nun Vorwürfe gegen die britischen Gesundheitsbehörde. Wie die 36-Jährige den Flug erlebt hat, erzählt sie im Video.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Viele sollen die Maskenpflicht im TUI-Flieger missachtet haben

16 Passagiere des Ferienfliegers seien bereits positiv getestet worden, berichtet der britische Sender "BBC". Sieben davon seien Gesundheitsexperten zufolge höchstwahrscheinlich an Bord des Flugs am 25. August schon ansteckend gewesen. "Der ganze Flieger war voller egoistischer 'Cov-Idioten' und einer ungeeigneten Crew, die sich nicht weniger dafür hätte interessieren können", zitiert der Sender Passagierin Stephanie Whitfield. Sie beschreibt den Flug als "Debakel", etliche Passagiere seien ohne Maske herumspaziert.

Victoria Webb bestätigt im RTL-Interview, dass viele Fluggäste die Maskenpflicht nicht eingehalten hätten. "Die Menschen hatten teilweise ihre Masken nicht über der Nase", sagt Webb, die mit der Maschine aus dem gemeinsamen Urlaub mit ihrer Mutter zurückgeflogen ist. Die Crew hätte sie hingegen als "sehr aufmerksam" empfunden. Den Flugbegleitern im Nachhinein Vorwürfe zu machen, findet sie falsch. Die Menschen seien "erwachsen" und müssten inzwischen wissen, wie man eine Maske richtig zu tragen hat, so Webb.

Passagierin erfuhr aus der Presse vom Tui-Flug-Desaster

Die 36-Jährige richtet die Kritik eher an die britische Gesundheitsbehörde (Public Health). Anders als in einigen Medienberichten behauptet, sei sie bis heute vom Amt nicht kontaktiert worden. Obwohl sie – wie alle anderen Passagiere auch – an Bord ein entsprechendes Kontaktformular ausfüllen musste, so Webb.

Letztendlich habe sie über die Presse vom Desaster erfahren. Ihre Mutter habe ihr einen Link zu einem Onlineartikel des Senders BBC zugeschickt, erzählt sie. Da war die Britin gerade im Zug unterwegs. Danach habe sie den Schaffner informiert, der sie dann in einem Zugwaggon isoliert habe. Fünf Tage nach der Ankunft in Großbritannien habe sie schließlich eine offizielle E-Mail von TUI erhalten. "Es kann nicht sein, dass man durch die Presse erfährt, dass man dem Coronavirus ausgesetzt war", so Webb.

Tui will Vorwürfen nachgehen

Den Vorwürfen werde genau nachgegangen, zitierte der Sender einen Sprecher des Reisekonzerns TUI. Man sei besorgt über die Berichte aus dem Flugzeug. "Das Training unserer Crew erfolgt nach den höchsten Standards. Wir haben eine umfängliche Untersuchung gestartet, weil die Sicherheitsrisiken nicht bereits während des Flugs gemeldet wurden", heißt es.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Corona-Virus hält die Welt seit Wochen in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt spannende Dokumentation zur Entstehung, Verbreitung und den Folgen der Pandemie.

Weitere Videos zum Thema Coronavirus finden Sie hier

Rund um das Thema "Gesundheit" erhalten Sie hier bei Stern Plus Tipps.