1. Juli 2014 - 13:38 Uhr

"Generationenwechsel war schon lange geplant"

Der Kopenhagener Zoo steht wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Nachdem im Februar die Giraffe Marius getötet und ihr Fleisch teilweise an Raubtiere verfüttert wurde, wurden nun vier Löwen getötet. Sie starben, um Platz für eine neue Generation zu machen, wie der Zoo berichtete. "Der Generationswechsel war schon lange geplant, weil die beiden Zuchtlöwen des Zoos sehr alt waren", hieß es.

Das 16-jährige Löwenmännchen und seine 14 Jahre alte Partnerin wurden zuerst betäubt und dann mit einer Spritze getötet. Auf die gleiche Weise wurden auch zwei zehn Monate alte Löwenjungen getötet, da diese dem Zoo zufolge noch nicht allein hätten überleben können. "Wir versuchen immer unser Bestes, ein neues Zuhause für unsere Tiere zu finden", so der Verwaltungsdirektor des Zoos. "Leider gab es niemanden, der sie nehmen konnte."

Die Tötung der Giraffe Marius hatte den Zoo der dänischen Hauptstadt im Februar ungewollt in den Fokus der Öffentlichkeit gesetzt. Heftige Proteste gab es, nachdem die Giraffe vor Kinderaugen obduziert worden war und das Fleisch teilweise an Raubtiere verfüttert wurde. Eine Online-Petition hatte die Schließung des Zoos gefordert, der Zoodirektor erhielt Morddrohungen.

Zoo erwartet keinen neuerlichen Shit-Storm

Doch der Verwaltungsdirektor des Zoos ist positiv gestimmt, dass nicht ein ähnlicher Shit-Storm folgt: "Es ist eine unserer Hauptaufgaben als Zoo, offen und ehrlich darüber Auskunft zu geben, was wir tun". Auch im Fall Marius habe der Zoo alles gründlich erklärt. "Was wir machen, ist wissenschaftlich begründbar."

Der alte Löwe hatte sterben müssen, weil die Gefahr bestand, dass er sich mit seinen beiden Töchtern, die auch im Zoo leben, paart. Das soll nun ein junges Männchen übernehmen, welches auch schon im Tierpark ist. Öffentlich obduziert wie die Giraffe Marius wurden die Löwen nicht. Auch ihr Fleisch wird nicht verfüttert. Ein Teil werde zu Forschungszwecken genutzt, der Rest entsorgt.