Landrat warnt vor Hamsterkäufen

Nach Tönnies-Schließung: 20 Prozent weniger Fleischprodukte in deutschen Supermärkten?

Landrat Adenauer glaubt, dass deutsche Supermärkte stark von der Schließung des Schlachtbetriebs betroffen sein werden.
Landrat Adenauer glaubt, dass deutsche Supermärkte stark von der Schließung des Schlachtbetriebs betroffen sein werden.
© Imago Entertainment, Martin Wagner

18. Juni 2020 - 9:39 Uhr

Fleischbetrieb Tönnies geschlossen: Landrat befürchtet Konsequenzen für Verbraucher

Nach dem Corona-Ausbruch bei dem Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurden seit Anfang der Woche über 655 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Weitere Testergebnisse stehen aus, etwa 7000 Menschen mussten sich in Quarantäne begeben, um die weitere Verbreitung aufzuhalten. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch warnte der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer vor den Konsequenzen des Ausbruchs für die Verbraucher.

"Kein Grund für Hamsterkäufe"

Bei der Pressekonferenz verkündete Landrat Sven-Georg Adenauer, dass er die Schließung des Schlachthofs angeordnet habe - voraussichtlich für 14 Tage. "Wenn die Infektionszahlen runtergehen, kann es auch schneller gehen", sagte der CDU-Politiker. Mit der gesamten Unternehmensgruppe habe Tönnies einen Marktanteil von 20 Prozent. "Das ist noch kein Grund hier zu Hamsterkäufen zu greifen, wie es beim Klopapier vielleicht der Fall war", mahnte Adenauer." Jedoch sei dies schon eine deutliche, hohe Zahl. 

Die Tönnies-Gruppe bemüht sich nach eigenen Angaben, an anderen Standorten die Produktion zu steigern, um die Ausfälle am Hauptstandort zu kompensieren. Wie stark die Wurst- und Fleischregale in deutschen Supermärkten letztendlich betroffen sein werden, wenn der Fleischbetrieb vorerst nicht produzieren kann, bleibt abzuwarten.

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