Jugendliche erschlagen Feuerwehrmann (49)

Nach tödlicher Prügelattacke: Siebte Festnahme in Augsburg - Hauptverdächtiger erst 17 Jahre alt

09. Dezember 2019 - 10:24 Uhr

Feuerwehrmann vor den Augen seiner Ehefrau getötet

Bei einer zufälligen Begegnung ist ein 49-Jähriger in der Augsburger Innenstadt von einer Gruppe junger Männer getötet worden. Der Feuerwehrmann war in Begleitung seiner Frau, die alles mitansehen musste. Nun hat die Polizei alle sieben Verdächtigen festgenommen - darunter auch den 17-jährigen mutmaßlichen Haupttäter. Der Fall hatte für viel Aufsehen und Entsetzen gesorgt. Am Sonntag hatten Feuerwehrmänner vor Ort um ihren verstorbenen Kameraden getrauert. Die Gedenkfeier zeigen wir im Video.

Attacke in Augsburg: Auch Mittäter festgenommen

08.12.2019, Bayern, Augsburg: Am Königsplatz sind an einem Mast Videoüberwachungskamneras angebracht. Ein Feuerwehrmann war am Freitagabend (06.12.2019) hier in seiner Freizeit nach einem Schlag so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb.
Die Tat in der Augsburger Innenstadt wurde von Kameras aufgezeichnet.
© dpa, Stefan Puchner, puc pil

Die sieben jungen Männer stehen in dringendem Verdacht, am Freitagabend an der tödlichen Attacke auf den 49-jährigen Feuerwehrmann beteiligt gewesen zu sein. Nach der Tat war die Gruppe geflüchtet. Unter anderem haben Videoaufnahmen zu den Verdächtigen geführt.

Bei dem mutmaßlichen Haupttäter handelt es sich nach Angaben des Innenministeriums um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher und weiteren Staatsangehörigkeiten. Der zweite Festgenommene ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat eine südeuropäische Staatsbürgerschaft. Beide gelten als polizeibekannt, am Montag sollen sie beim Amtsgericht dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Zu den weiteren Verdächtigen gibt es noch keine Angaben.

Ursache des Streits in Augsburg noch unklar

08.12.2019, Bayern, Augsburg: Am Königsplatz liegen Blumen neben Kerzen. Ein Feuerwehrmann war am Freitagabend (06.12.2019) hier in seiner Freizeit nach einem Schlag so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb Foto: Stefan Puchner/dpa +++ d
Mehrere Menschen haben Kerzen am Tatort angezündet.
© dpa, Stefan Puchner, puc pil

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte den Ermittlungserfolg der Augsburger Kripo: "Der schreckliche Angriff hat viele Menschen in Augsburg und weit darüber hinaus erschüttert. Umso wichtiger war der schnelle Fahndungserfolg der Augsburger Kriminalpolizei."

Das 49-jährige Opfer, ein Berufsfeuerwehrmann aus Augsburg, war zusammen mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar am Freitagabend in der Augsburger Innenstadt unterwegs, als sie auf die Gruppe stießen. Aus noch ungeklärten Gründen kam es zum Streit.

Augsburger Feuerwehrmann starb im Rettungswagen

07.12.2019, Bayern, Augsburg: Mitten in Augsburg sind am Königsplatz Videoüberwachungskameras angebracht. Ein Mann war am Abend des 06.12.2019 hier in einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe so schwer verletzt worden, dass er starb Foto: Stefan Puc
Die Tat hat bundesweit für Entsetzen gesorgt.
© dpa, Stefan Puchner, puc tba

Zum Tathergang ist bisher nur bekannt, dass einer der jungen Männer aus der Gruppe dem Opfer gegen den Kopf schlug. Der 49-Jährige stürzte und blieb am Boden liegen. Auch der 50-jährige Begleiter wurde geschlagen und im Gesicht verletzt, die Frauen wurden dagegen nicht angegangen. Notärzte versuchten noch, den 49-Jährigen wiederzubeleben - jedoch ohne Erfolg: Der Mann starb noch im Rettungswagen.

Die Polizei hatte bei ihren Ermittlungs- und Fahndungsarbeiten darauf verzichtet, mit einer Täterbeschreibung an die Öffentlichkeit zu gehen - "aus ermittlungstaktischen Gründen", wie es hieß. Die Ermittler verzichteten ebenfalls darauf, mit sichergestelltem Bild- und Video-Material an die Öffentlichkeit zu gehen.

Kollegen trauern in der Augsburger Innenstadt

dpatopbilder - 08.12.2019, Bayern, Augsburg: Am Königsplatz trauern Feuerwehrmänner. Ein Feuerwehrmann war am Abend des 06.12.2019 in seiner Freizeit hier in einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe so schwer verletzt worden, dass er starb. Foto: St
Trauer am Königsplatz Augsburg
© dpa, Stefan Puchner, puc pil

Nach der tödlichen Attacke herrschte in der Stadt Trauer und Entsetzen. Etwa 100 bis 150 Feuerwehrleute gedachten am Sonntag ihres getöteten Kollegen. Die Mitglieder der Berufsfeuerwehr fanden sich am Tatort, dem zentralen Königsplatz, zu einem stillen Gedenken ein. Kerzen wurden entzündet und Blumen niedergelegt. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl zeigte sich bestürzt über die Tat. Die Stadt sei Schauplatz einer folgenschweren Gewalttat geworden, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.