Nach tödlicher Prügelattacke in Waldbröl: Schläger zu Haftstrafen verurteilt

ARCHIV - Illustration - Türgriffe in Form eines Paragrafen-Symbols sind am 22.06.2017 an den Eingangstüren zum Landgericht in Bonn (Nordrhein-Westfalen) zu sehen. Dort sollen vier Männer verurteilt werden, denen nach einer tödlichen Prügelattacke auf
Symbolbild - Eingangstür des Landgerichts Bonn
hka axs, dpa, Henning Kaiser

Gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge

Die vier Männer, die im September 2016 einen Familienvater in Waldbröl zu Tode geprügelt hatten, wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Urteil der Richter lautete: Gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge und Beteiligung an einer Schlägerei. Zwei Täter (20,22) müssen für jeweils vier Jahre ins Gefängnis. Ein 21-Jähriger erhielt eine Haftstrafe von drei Jahre und sechs Monate und ein 35-Jähriger zwei Jahre und sechs Monate.

Angeklagte gestanden die Schlägerei

Bereits seit Anfang Mai mussten sich die vier Männer vor dem Landgericht Bonn verantworten. In einem Plädoyer hatte die Staatsanwältin bereits harte Strafen gefordert. Fünfeinhalb Jahre für den 22-jährigen und drei Jahre Haft für den ältesten Angeklagten. Die beiden anderen seien aufgrund ihres Alters nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten.

Während der Gerichtsverhandlung haben die vier Angeklagten die Schlägerei gestanden. Ihre Verteidiger haben allerdings in ihrem Plädoyers darauf verwiesen, dass die vier Männer nicht für den Tod des Familienvaters verantwortlich seien. Außerdem hätten sie den Kopf des Opfers nicht traktiert und keine Gegenstände benutzt. Sie kritisieren, dass nicht genauer untersucht worden sei, ob Klaus B. nicht wegen eines medizinischen Behandlungsfehlers gestorben sei. Gleich vier Ärzte einer Siegener Klinik haben diesen Fall aber ausgeschlossen.

"Jagd auf Flüchtlinge" mit Baseballschlägern und Schlagring

In der Hauptverhandlung stellt sich heraus, dass am Tatabend eine Gewaltorgie stattgefunden haben muss. Aufgeputscht durch Alkohol waren die vier Schläger, bewaffnet mit Baseballschlägern und einem Schlagring, in der Innenstadt unterwegs. Sie wollten "Jagt auf Flüchtlinge" machen.

Die Angeklagten trafen ihr Opfer am Abend des 1. Septembers 2016 am Busbahnhof Waldbröl. Es kommt zu einem Streit und anschließend zu einer Schlägerei. Laut Zeugenaussagen befanden sich die Angeklagten in einem regelrechten Gewaltrausch. Sie ließen nicht von Klaus B. ab, auch nicht als er schon schwer verletzt am Boden liegt. Er versuchte sogar noch zu entkommen. Die Täter traten allerdings immer wieder auf den Familienvater ein. Er erlitt einen Schädelbruch und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Neun Tage später starb er im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Er hinterlässt zwei Kinder und seine Ehefrau.