Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen fahrlässiger Tötung

Nach tödlichem Stromschlag in Bremen: Schuld war wohl Baupfusch!

Ein 53-Jähriger starb, ein 32-Jähriger wurde schwer verletzt. Der Grund ein Stromschlag an einer Tür.
Ein 53-Jähriger starb, ein 32-Jähriger wurde schwer verletzt. Der Grund ein Stromschlag an einer Tür.
© dpa, Kai Moorschlatt, htf

28. April 2021 - 17:48 Uhr

Sachverständige untersuchten Tatort

Rund zwei Wochen, nachdem ein 53-jähriger Mann einen tödlichen Stromschlag an einer Praxistür erlitten hat und ein 32-jähriger Feuerwehrmann schwer verletzt wurde, ermitteln die Staatsanwaltschaft und die Polizei jetzt wegen fahrlässiger Tötung. Die Ermittler untersuchten zusammen mit Sachverständigen und weiteren Experten den Tatort im Bremer Stadtteil Horn-Lehe. Den neuesten Informationen zufolge waren wohl schlecht ausgeführte Handwerker-Arbeiten der Grund dafür, dass die Tür unter Strom stand.

Pfusch am Bau

Vor Einzug der Arztpraxis im Februar wurde der betroffene Gebäudeteil instandgesetzt. "Es gibt inzwischen eindeutige Hinweise auf unsachgemäß durchgeführte handwerkliche Arbeiten, wodurch Strom auf die Türen übertragen wurde. Die frischgestrichene Farbe isolierte die Rahmen zunächst. Durch Betätigungen der Türen löste sich die Farbschicht ab und der Isolationsschutz war am 14. April nicht mehr vorhanden", erklärt ein Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei prüft jetzt, welche Personen an der Sanierung beteiligt waren und wer welche Arbeiten geleistet hat.

Mehrere Türen betroffen

Die Ermittler führten verschiedene Strommessungen an Wänden und Türen durch. "Die ersten Analysen ergaben, dass mehrere Türen der Praxis unter Elektrizität standen. Es floss Strom durch die aus Metall bestehenden Türzargen", heißt es weiter.

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