Nach mysteriösen Todesfällen in Hurghada: Tochter meldet sich zu Wort

25. August 2018 - 10:15 Uhr

301 Gäste haben das Hotel verlassen

In einem Hotel im beliebten ägyptischen Badeort Hurghada ist ein britisches Ehepaar gestorben. Die Todesumstände sind noch unklar. Als Reaktion darauf hat der Reiseveranstalter Thomas Cook vorsichtshalber alle seine Gäste von dort ausquartiert. Außerdem hat sich die Tochter der Verstorbenen zu Wort gemeldet.

Hektische Ermittlungen in Hurghada

301 Urlauber hat der britische Reiseveranstalter Thomas Cook aus dem Steigenberger Aqua Magic Hotel in Hurghada herausgeholt, nachdem ein britisches Ehepaar im Alter von 63 und 69 Jahren dort unter mysteriösen Umständen gestorben war. Was zu ihrem Tod geführt hat, ist noch unklar. Wie Thomas Cook mitteilte, gibt es aber Berichte über ungewöhnlich viele Krankheitsfälle unter den Hotelgästen. Um welche Erkrankungen es sich genau handelt, ist nicht bekannt.

Eine Sprecherin des Hotels betonte, dass es sich nur um eine Vorsichtsmaßnahme handelt. Nicht alle Gäste hätten sich entschieden, das Hotel zu verlassen. Es gebe bislang keinen Beweis für einen unnatürlichen Tod des Ehepaares. Laut dem britischen Sender "BBC" befinden sich noch 1.600 Gäste im Hotel, darunter auch mehrere Deutsche.

Auf Buchungsportalen im Internet hat das Hotel jedenfalls gute Bewertungen. Auch Thomas Cook erklärte, dass die Hotelanlage erst Ende Juli überprüft wurde. Mängel konnten nicht festgestellt werden.

Der Vater starb vor den Augen seiner Tochter

Das aus Nord-England stammende Ehepaar hatte den Urlaub zusammen mit seiner Tochter Kelly Ormerod und seinen beiden Enkelkindern verbracht. Laut Kelly waren ihre Eltern am Montagabend noch gesund und bei guter Laune. Am nächsten Morgen hätte sie beide extrem krank im Bett vorgefunden. Der Notarzt konnte ihrem Vater nicht mehr helfen. Er sei vor ihren Augen gestorben. Kurz darauf fuhr sie mit ihrer Mutter im Krankenwagen ins Krankenhaus, wo auch sie starb.

Die ganze Familie sei erschüttert, ihre Eltern hätten keine gesundheitlichen Probleme gehabt, so Kelly. Jetzt müsse sie aber stark für ihre Kinder bleiben. Am liebsten würde sie sofort das Land verlassen und zurück nach Großbritannien fliegen. Sie warte aber noch auf die Erlaubnis der ägyptischen Behörden. Das britische Außenministerium erklärte unterdessen, es unterstütze die Familie der Verstorbenen und stehe in engem Kontakt zum Reiseveranstalter.

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Vor einem Jahr wurden zwei Frauen in Hurghada erstochen

Hurghada ist auch bei deutschen Urlaubern sehr beliebt, allerdings wurde der Badeort vergangenes Jahr von einem Messerangriff auf zwei Frauen aus Deutschland überschattet. Die genauen Hintergründe der Tat sind bis heute unklar. Ein 28-jährige Ägypter hatte die Frauen im Juli 2017 an einem Hotelstrand mit mehreren Messerstichen getötet. Er soll in Kontakt mit der Terrormiliz Islamischer Staat gestanden haben.