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Nach Todes-Sturz im Hambacher Forst: Aktivisten erneuern Vorwürfe gegen Polizei

Waldspaziergang im Hambacher Forst & ziviler Ungehorsam Aktivisten mit Transparent: Hambi bleibt! blockieren eine Straße im Wald. *** Forest walk in the Hambacher Forst civil disobedience activists with transparent Hambi remains blocking a road in th
Aktivisten mit einem "Hambi bleibt"-Transparent im Hambacher Forst © imago/Tim Wagner, Tim Wagner, imago stock&people

Aktivisten beklagen "bewusste Stressmaximierung als psychologische Kriegsführung"

Nach dem tödlichen Sturz eines Journalisten von einer Hängebrücke im von Aktivisten besetzten Teil des Hambacher Forsts sind die Räumungsarbeiten der Polizei weiter unterbrochen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte an die Waldbesetzer appelliert, die Baumhäuser freiwillig zu räumen, weil sie gefährlich seien. Die Aktivisten verschiedener Initiativen zum Erhalt des Hambacher Forsts haben in einer Pressekonferenz "bewusste Stressmaximierung als psychologische Kriegsführung" durch die Polizei beklagt.

Pressekonferenz von "Hambi bleibt" und weiteren Initiativen

"Hundegebell, Aufnahmen von Kettensägengeräuschen, Beschallung mit Wagners Walkürenritt und taghelles Flutlicht in der Nacht" seien Teil der psychologischen Kriegsführung der Polizei, sagte Aktivist Jörn Eschbach. In dieser besonderen Stress-Situation sei es nicht überraschend, dass dem zu Tode gestürzten Steffen M. so etwas Schreckliches passiert sei.

Die Aktivisten beklagten auf ihrer Pressekonferenz, die Polizei halte sich nicht an den vorübergehenden Räumungsstopp. "Es werden weiter Barrikaden geräumt. Während der Gedenkaktionen wurden neue Flutlichtmasten in unmittelbarer Nähe aufgestellt", erklärte der Moderator der Pressekonferenz, Milan Schwarze. "Es gibt nicht die Ruhe im Wald, die nötig ist, um mit der Trauer umzugehen."

Friedliche Proteste – RWE hält an Plänen fest

Eine Demonstration in Aachen gegen die Rodung des Hambacher Forstes mit über 1.000 Teilnehmern am Donnerstagabend verlief friedlich. Der Essener Energiekonzern RWE hält trotz des tragischen Todesfalls am Hambacher Forst an der geplanten Rodung fest. Ein kurzfristiger Verzicht auf die Rodung des Waldes würde das Unternehmen vier bis fünf Milliarden Euro kosten, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

"Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion", sagte Schmitz. Er sei tief betroffen, dass für eine solche Illusion, für ein solches Symbol, ein Mensch gestorben sei. RWE will in dem Wald roden, um dort weiter Braunkohle abzubauen.

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