Starb Rima an Covid-19?

Nach Tod von Orang-Utan-Mädchen: Tierschützer fordern Corona-Tests im Leipziger Zoo

Affen-Mutter Pini hat im April ihr Baby Rima verloren.
© Zoo Leipzig

03. Juni 2020 - 12:18 Uhr

Starb Baby Rima an Corona?

Anfang April starb das Orang-Utan-Mädchen Rima im Leipziger Zoo. Ihr plötzlicher Tod hat nicht nur Trauer, sondern auch Fragen aufgeworfen: Tierschützer vermuten, das Affenmädchen könnte an Corona gestorben sein. Jetzt fordern sie, alle Zoo-Mitarbeiter auf das Virus zu testen.

Zoo führte keine Obduktion durch

Die traurige Nachricht vom Tod der kleinen Rima war in einer Folge der MDR-Sendung "Elefant, Tiger & Co." verkündet worden. Das Jungtier sei so krank gewesen, dass es plötzlich verstarb. Woran das neun Monate alte Affenmädchen starb, blieb allerdings unklar. "Die Todesursache blieb ungeklärt, da die Zoo-Verantwortlichen, anders als sonst üblich, keine Obduktion durchführen ließen", wirft Peta den Verantwortlichen vor.

Die Tierschutzorganisation vermutet, Rima könne an einer Corona-Virus-Infektion gestorben sein. Der Zoo schließt das allerdings aus, denn die Mitarbeiter seien alle symptomfrei. Das Tier sei allerdings nicht auf Corona getestet, der Kadaver inzwischen verbrannt worden. Peta dagegen wies darauf hin, dass Infizierte nicht unbedingt Symptome zeigen müssten, die Krankheit aber trotzdem übertragen werden könnte.

Peta fordert Unterstützung vom Gesundheitsamt

Die Tierschützer haben das Leipziger Gesundheitsamt deswegen gebeten, bei der Untersuchung des Falls zu helfen. Alle Mitarbeiter des Zoos sollten außerdem auf Corona getestet werden. "Wir hoffen, dass das Leipziger Gesundheitsamt nun einschreitet, um den berechtigten Verdacht einer Covid-19-Infektion im Leipziger Zoo auszuräumen – und damit auch Zoomitarbeiter, Besucher und Tiere vor einer möglichen Übertragung zu schützen."

Laut Peta sind in deutschen Zoos seit Anfang 2010 mindestens 23 junge Menschenaffen gestorben. Die Todesursache war meist eine Infektion.