Stadt will mit Wohnung und Arbeit helfen

Nach Tod von Julen (2): Stadtverwaltung von Málaga will Familie unterstützen

Julens Eltern, José Roselló und Victoria García, bei der Beisetzung ihres Sohnes Julen.
Julens Eltern, José Roselló und Victoria García, bei der Beisetzung ihres Sohnes Julen.
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29. Januar 2019 - 17:01 Uhr

Stadt Málaga bietet Hilfe an

Fast zwei Wochen arbeiteten Hunderte Helfer daran, den kleinen Julen zu bergen, der in einen mehr als 100 Meter tiefen Brunnenschacht gefallen war. Seit der Nacht auf den vergangenen Samstag gibt es die traurige Gewissheit: Julen hat den Sturz nicht überlebt, wahrscheinlich starb er bereits kurz nach dem Unglück. Für die Eltern des Jungen ist es nicht der erste Schicksalsschlag. Nun will die Stadt Málaga den Eltern helfen, ein neues Leben zu beginnen.

Julens Eltern wollen Neuanfang

Bereits im Jahr 2017 hatten José Roselló und Victoria García den damals dreijährigen Oliver verloren, der einem Herzversagen erlegen war. Dass sie jetzt mit dem zweijährigen Julen ein weiteres Kind verloren haben, dürfte für das Paar aus El Palo (Provinz Málaga) nur schwer zu ertragen sein. Wie RTL-Reporterin Pia Schrörs nun vor Ort erfuhr, wollen die beiden nicht mehr in der Wohnung bleiben, in der sie so viel Zeit mit Julen verbracht haben - zu stark sind die Erinnerungen an den Sohn.

Dabei möchte die Stadtverwaltung Málaga den beiden nun offenbar behilflich sein: Sie hat versprochen, die beiden zu unterstützen, indem sie ihnen eine neue Wohnung finanziert und ihnen Arbeit verschafft. Denn José und Victoria, die aus sehr armen Verhältnissen stammen, haben keine Ausbildung und sind derzeit arbeitslos. Andalusien, in der die Provinz Málaga liegt, hat mit rund 25 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in Spanien und ist damit eine der wirtschaftlich schwächsten Regionen in ganz Europa.

Während der Bergung des Jungen hatten sich Tausende Menschen mit Julens Eltern solidarisiert. Nun dürften sie alle hoffen, dass der Familie der Sprung in ein neues Leben gelingt.

Hilfe für Julen kam zu spät

Der kleine Julen war am 13. Januar in einen 25 Zentimeter breiten und mehr als 107 Meter tiefen Brunnenschacht gefallen, der illegal gebohrt worden war, um nach unterirdischem Wasser zu suchen. Rund 300 Helfer arbeiten unermüdlich daran, den Jungen zu bergen. Dafür musste zunächst ein vertikaler Rettungsschacht und anschließend eine horizontale Verbindung zum Brunnen gebohrt werden. Aufgrund extrem harten Gesteins hatten sich die Arbeiten immer weiter verzögert. In der Nacht auf den 26. Januar stießen die eigens eingeflogenen Bergarbeiter schließlich in 71 Meter Tiefe auf die Leiche des Zweijährigen. Am Sonntag wurde er in einer Grabnische über dem Grab seines Bruders beigesetzt.