„Die seelischen Auswirkungen sind nicht abzuschätzen“

Nach Tod von 5 Kindern in Solingen: Schüler und Lehrer werden von Seelsorgern betreut

In Solingen haben Menschen Blumen und Kerzen für die Opfer niedergelegt.
In Solingen haben Menschen Blumen und Kerzen für die Opfer niedergelegt.
© dpa, Roberto Pfeil, rp bsc

08. September 2020 - 13:30 Uhr

Freunde, Mitschüler und Lehrer sind tief betroffen

Leere Stühle und Fassungslosigkeit, die auch Erwachsene verspüren. Der Tod von fünf Kindern betrifft in Solingen insbesondere auch zwei Schulen. Freunde, Mitschüler und Lehrer sind tief betroffen von der Tat. Schulpsychologen sollen den Betroffenen jetzt helfen.

Zwei der toten Kinder waren in der Grundschule

Nach dem Tod von fünf Kindern werden in Solingen zwei Schulen unter anderem von Schulpsychologen unterstützt. "Die seelischen Auswirkungen sind nicht abzuschätzen", sagte ein Sprecher der Stadt am Montag mit Blick auf die Freunde der Kinder, ihre Mitschüler, die Lehrer und alle weiteren Menschen im Umfeld, die tief betroffen seien.

Der schulpsychologische Dienst und ein Seelsorger hätten mit einer Grundschule und einer weiterführenden Schule Kontakt aufgenommen, heißt es. An den Schulen seien Krisenteams eingerichtet worden. Auch die Opferschutzbeauftragte der Polizei sei aktiv. In der Grundschule wurden zwei der fünf toten Kinder unterrichtet. An der weiterführenden Schule ist das einzig überlebende Kind der Familie, ein elfjähriger Junge, Schüler.

Kinder wurden in einer Wohnung in Solingen gefunden

Eine Mutter tötete fünf ihrer sechs Kinder im Alter zwischen einem und acht Jahren in der Wohnung.
Eine Mutter tötete fünf ihrer sechs Kinder im Alter zwischen einem und acht Jahren in der Wohnung.
© imago images/Reichwein, Christoph Reichwein (crei) via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Nach Auskunft der Stadt Mönchengladbach hält sich Marcel weiter bei seiner Großmutter auf. Das Jugendamt stehe in regelmäßigem Kontakt und habe alle mögliche Unterstützung angeboten. Die Polizei hatte am Donnerstag die Geschwister fünf Geschwister zwischen einem und acht Jahren  tot in ihren Kinderbetten in der Wohnung in Solingen gefunden. Gegen die tatverdächtige Mutter wurde Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hatte die Mutter ihren ältesten Sohn mit Verweis auf einen Todesfall in der Familie aus dem Unterricht geholt. Die 27-Jährige fuhr mit ihm im Zug nach Düsseldorf und verabschiedete ihn beim Umsteigen nach Mönchengladbach, wo er seine Oma besuchen sollte.

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Ein toxikologisches Gutachten steht noch aus

Die Mutter hatte anschließend im Düsseldorfer Hauptbahnhof versucht, sich das Leben zu nehmen und sich dabei schwer verletzt. Zum aktuellen Zustand der 27-Jährigen machte die zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal am Montag keine Angaben. Die Kinder erstickten laut den bisherigen Erkenntnissen. Ein toxikologisches Gutachten steht noch aus. Die Ermittler vermuten, dass die alleinerziehende Mutter nach der Trennung von ihrem Mann die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de.