Nach Tierquälerei: Mann erhält Geldstrafe - trotzdem darf er den Hund behalten

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22. August 2017 - 10:38 Uhr

Gericht erteilte lediglich Geldstrafe

Wegen der Misshandlung seiner Hündin namens Flavia ist ein Münchner zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Podenco-Mischling hatte wiederholt sein Geschäft im Auto des 46-Jährigen verrichtet. Daraufhin hielt der Fahrer an und holte den Hund aus dem Kofferraum und misshandelte ihn.

Geschlagen, gewürgt und mit Trockenshampoo gequält

"Aus Verärgerung packte der Hundehalter das Tier mit beiden Händen an der Kehle, würgte es, so dass es vor Schmerzen laut aufjaulte und schüttelte es. Sodann holte er mit der Faust aus und schlug den Hund zweimal mit Wucht. Anschließend sprühte er dem Hund aus einer Entfernung von 30 Zentimetern gezielt Trockenshampoo ins Gesicht", erklärte das Amtsgericht München.

Nun muss der Mann eine Geldstrafe von 1.350 Euro zahlen, wegen einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Dabei berücksichtigte das Gericht, dass der 46-Jährige Hartz IV bezieht und finanziell von seiner Mutter unterstützt wird. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Flavia hat trotzdem keine Angst vor ihrem Besitzer

Laut Informationen der 'Süddeutschen Zeitung' (SZ) sagte eine Ärztin des Veterinäramtes vor dem Gericht als Zeugin aus. Sie berichtete, dass der Angeklagte nach dem Vorfall den Hund zu ihr gebracht habe. Bei dem Termin im Veterinäramt habe Flavia im Behandlungsraum "Kot abgesetzt", sagte die Ärztin. Das sei ein äußerst ungewöhnliches Verhalten. Flavia habe auf sie außerdem einen "unausgeglichenen und ungezogenen Eindruck" gemacht. Sie vermutete, dass der Angeklagte seine Hündin wohl nicht im Griff, habe.

Obwohl er das Tier gequält hatte, habe Flavia keine Angst vor ihrem Herrchen. Sie höre jedoch nicht auf dessen Ansagen. Die Ärztin habe dem Angeklagten deshalb bei dem Termin geraten, die Hündin in eine Hundeschule zu geben, schrieb die 'SZ' weiter.

"Rohe und quälerische Tiermisshandlung"

Die Richterin betitelte den Übergriff als "rohe und quälerische Tiermisshandlung". Der Hündin habe durch das Würgen, die Faustschläge und das Trockenshampoo erhebliche Schmerzen erleiden müssen. Und dennoch darf der Angeklagte seine Flavia behalten. Denn das Gericht urteilte, dass der Münchener im Affekt gehandelt und Flavia keine äußerlich bleibenden Schäden davongetragen habe, so die 'SZ'.