Entscheidung gefallen

Nach Thomas-Cook-Pleite: Überbrückungskredit für Condor bewilligt

26. September 2019 - 11:46 Uhr

Bund und Land Hessen teilen sich die Summe für Condor

Der Staat will der Fluggesellschaft Condor mit einem Kredit in Höhe von 380 Millionen Euro helfen. Das Darlehen wollen sich Bund und Land Hessen teilen. Das Unternehmen hat dies inzwischen bestätigt. Demnach hat Condor die Zusage über eine Bürgschaft für einen sechsmonatigen Kredit erhalten. "Ich freue mich sehr für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf einer Pressekonferenz, die wir Ihnen im Video zeigen. Er sei sicher, dass der Kredit zurückgezahlt werden könne, denn Condor sei ein profitables Unternehmen.

Condor ein profitables Unternehmen

Die erlösende Nachricht für Unternehmen, Beschäftigte, Urlauber und die ganze Branche kam am späten Dienstagabend. Bislang fliegt Condor planmäßig - und die Reiseindustrie setzt darauf, dass die Airline weiter in der Luft bleibt. Somit kann der zu Thomas Cook gehörende Ferienflieger vorerst aufatmen. Thomas Cook hatte zwei Tage zuvor Insolvenz angemeldet. Die Staatsbürgschaft für einen Überbrückungskredit wurde beantragt, um mögliche Liquiditätsengpässe bei Condor zu verhindern.

Die Zusage ist zunächst die Voraussetzung für eine Prüfung durch die Europäische Kommission. Erst nach einer positiven Entscheidung aus Brüssel wird der Kreditbetrag ausgezahlt. Wann die Entscheidung aus Brüssel vorliegt, kann noch nicht gesagt werden.

Nach Thomas-Cook-Pleite: Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens

"4.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Partner und Kunden von Condor danken der Bundesregierung und der hessischen Landesregierungfür ihre Zusage. Condor ist ein operativ gesundes und profitables Unternehmen, welches auch im laufenden Jahr ein positives Ergebnis verzeichnen wird. Weil unsere Liquidität für die saisonal bedingt schwächere Buchungsperiode von unserer insolventen Muttergesellschaft verbraucht wurde, benötigen wir diese Brückenfinanzierung für den Winter. Die Zusage ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung unserer Zukunft," so Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Geschäftsführung, in einer schriftlichen Mitteilung.

Um sich von möglichen Forderungen der insolventen Konzernmutter Thomas Cook Group plc zu befreien und sich aus dem Konzernverbund zu lösen, beabsichtigt Condor einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens zu stellen.

"Unser Geschäftsbetrieb läuft planmäßig weiter, und wir sorgen auch weiterhin dafür, unsere Gäste sicher und zuverlässig an ihr Ziel zu bringen", so Teckentrup. "Unsere Flotte ist in Betrieb, und der Ticketverkauf für Flüge mit Condor läuft ganz normal weiter."

Das Schutzschirmverfahren ist eine Besonderheit des deutschen Insolvenzrechts, das in Fällen mit einer positiven Aussicht auf eine erfolgreiche Restrukturierung von Gericht gewährt werden kann. Darüber hinaus wird ein vorläufiger Gläubigerausschuss bestellt werden, in dem die wesentlichen Gläubigergruppen wie die Lieferanten, Arbeitnehmer und Flughafenbetreiber vertreten sein werden.