Thomas-Cook-Pleite: Deutsche mit Gewalt zurückgehalten

Urlauber erzählt: So entkamen wir aus dem Horror-Hotel

01. Oktober 2019 - 11:51 Uhr

Deutsche in Karibik-Hotel bedrängt: Blanker Horror statt Strandurlaub nach der Thomas-Cook-Pleite

Sie wollten in der Karibik die Seele baumeln lassen. Doch wegen des Pleitekonzerns Thomas Cook müssen Urlauber jetzt um ihre Existenz fürchten. In der Anlage eines Hotels in der Dominkanischen Republik spielten sich regelrechte Jagdszenen ab: Security-Mitarbeiter versuchten, Touristen gewaltsam an der Abreise zu hindern, weil der bankrotte Reise-Gigant die Rechnungen nicht bezahlt habe. Thomas Artz war ebenfalls Gast in dem Horror-Hotel, kennt die Gruppe, die bedrängt wurde. Im Video beschreibt Artz, wie er die unerträgliche Situation vor Ort erlebt hat.

"Meine Frau weint, ich zahle das, wir können nicht mehr"

"Der Manager hat uns die ganzen Stunden, in denen wir festgehalten wurden, zu verstehen gegeben, dass wir mit körperlicher Gewalt zurückgehalten werden", erzählt er RTL. Seine Gruppe kontaktierte das Auswärtige Amt, wurde von dort an die Botschaft in der Hauptstadt Santo Domingo verwiesen. Wegen der katastrophalen Zustände schickte die Botschaft einen Mitarbeiter zum Hotel. "Der kam am Dienstag um 18.30 Uhr an. Bis dahin sind schon viele Deutsche eingeknickt, die gesagt haben: 'Meine Frau weint, ich zahle das, wir können nicht mehr'", so Artz. Seine Gruppe habe das Hotel erst gegen 20 Uhr zusammen mit dem Mitarbeiter der Botschaft verlassen können. Doch damit war der Albtraum noch nicht vorbei.

Der Hotel-Betreiber bestellte Taxis für seine flüchtenden Gäste. "Da hier sehr viele korrupt sind, wussten sie auch, wo wir dann untergekommen sind", sagt Artz. Mittlerweile ist er in einem anderen Hotel angekommen und will nur noch eins: Nach Hause.

Was sollten Reisende beachten, die Rechnungen zahlen sollen?

Hotels haben nach Angaben von Thomas Cook Deutschland eine Kostenübernahmeerklärung der Insolvenzversicherung erhalten und könnten auf diese verweisen, heißt es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. "Sollte trotzdem eine Begleichung gefordert werden, sollten sich Reisende an ihre Reiseleitung bzw. ihren Reiseveranstalter bzw. die Insolvenzversicherung wenden. Diese sind für Reisende der erste Ansprechpartner. Durch den Insolvenzantrag ist die Versicherung des oben genannten "Sicherungsscheins" verpflichtet, die Kosten zu übernehmen."

Bei "erheblichen Problemen" mit dem Hotel können sich Reisende auch an die für Ihren Aufenthaltsort zuständige deutsche Auslandsvertretung wenden. Diese können Sie hier nachschlagen.

Weitere nützliche Informationen rund um Ihre gebuchte Reise bei Thomas Cook erhalten Sie zudem hier.