Nach Terrordrohungen des IS: Auswärtiges Amt warnt vor Anschlägen

29. September 2014 - 14:54 Uhr

"Dringender regionaler Sicherheitshinweis"

Nach den Drohungen der Terrormiliz IS gegen westliche Länder hat das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise verschärft und warnt vor erhöhter Terrorgefahr in mehr als 40 Staaten. Betroffen sind auch beliebte Urlaubsländer wie die Türkei, Ägypten und Thailand.

Nach Terrordrohungen des IS: Auswärtiges Amt warnt vor Anschlägen
© picture-alliance/ dpa, Tim Brakemeier

Mit Großbritannien und Dänemark wollen nun zwei weitere europäische Staaten Kampfflugzeuge gegen die Extremisten im Irak einsetzen. Der IS sei "eine klare und erwiesene Bedrohung für das Leben von Briten", sagte Premierminister David Cameron. Der Militäreinsatz werde "eher Jahre als Monate" dauern. Für die Bundesregierung ist eine Beteiligung an Luftschlägen zwar weiter tabu. Sie hatte aber gestern angekündigt zu prüfen, ob Personalausweise potenzieller Terrorkämpfer aus Deutschland möglicherweise mit einem Sperrvermerk versehen werden könnten, um eine Ausreise zu verhindern.

Nach den vermehrten Drohungen des IS gegen alle Staaten, die sich am Kampf gegen den Terror beteiligen, warnt das Auswärtige Amt vor erhöhten Anschlags- und Entführungsrisiken im Ausland. Für zahlreiche afrikanische, arabische und asiatische Länder, in denen islamistische Terrorgruppen aktiv sind, veröffentlichte das Ministerium einen "dringenden regionalen Sicherheitshinweis". Darin heißt es, dass westliche Ausländer auch im Ausland Ziel terroristischer Gewaltakte, von Entführungen und kriminellen Übergriffen durch IS-Sympathisanten werden könnten.

Vorrangige Anschlagsziele seien Orte mit Symbolcharakter: "Dazu zählen Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Verkehrsinfrastruktur (insb. Flugzeuge, Bahnen, Schiffe), Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Versammlungsstätten sowie generell größere Menschenansammlungen." Zu den Ländern, deren Sicherheitshinweise aktualisiert wurden, zählen auch beliebte Reiseziele wie Ägypten, Tunesien, Thailand die Türkei und die Philippinen.

Syrien-Heimkehrer festgenommen

Nach Angaben des Verfassungsschutzes sind aus Deutschland schon weit mehr als 450 radikalisierte Deutsche in Richtung Syrien und Irak aufgebrochen. Erst gestern nahm die Polizei in Nordrhein-Westfalen einen 21-jährigen Syrien-Heimkehrer und Sympathisanten der Terrormiliz fest. Er steht im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Er habe eingeräumt, sich beim IS in Syrien aufgehalten zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. In den vergangenen Tagen und Wochen waren bereits mehrere deutsche Terrorverdächtige festgenommen worden, die für den IS aktiv gewesen sein sollen.

Die USA müssen nach Einschätzung ihrer Militärführung mehr moderate syrische Rebellen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ausbilden als bisher geplant. Um die IS-Extremisten aus ihren Hochburgen im Norden und Osten Syriens verdrängen zu können, sei der Einsatz von 12.000 bis 15.000 Oppositionskämpfern notwendig, sagte Generalstabschef Dempsey. Der US-Kongress hatte in der vergangenen Woche genehmigt, 5.000 syrische Kräfte auszubilden und auszurüsten.

Nach Angaben des irakischen Präsidenten Masum kämpfen in den Reihen der Terrormiliz Tausende Islamisten aus westlichen Ländern. "Der Konflikt zieht Extremisten aus der ganzen Welt an. Neu ist, dass Tausende mit europäischer oder amerikanischer Staatsbürgerschaft dabei sind", sagte Masum vor der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Deshalb sei es wichtig, dass sich auch andere Länder an der Abwehr beteiligten.