Nach Terror in Barcelona: Kölner Dom gegen Attentate gesichert - auch andere Kirchen bedroht?

Städte wappnen sich gegen Angriffe mit Lastwagen

Schwere Wassertanks, Betonkübel oder Sperrpfosten - nach den Terroranschlägen in Spanien werden immer mehr Innenstädte gegen Angriffe mit Lastwagen geschützt. Auch Köln will einen Teil seiner Fußgängerzone und den stark besuchten Platz am Dom sichern.

Sicherheitsmaßnahmen in Köln werden verstärkt

Betonsperren stehen am 19.08.2017 an einer Zufahrtsstraße des Zentrum von Dresden (Sachsen). Die Stadt sichert das Stadtfest an diesem Wochenende mit Anti-Terror-Sperren, die Anschläge mit Fahrzeugen wie in Barcelona verhindern sollen. Foto: Arno Bur
Betonsperren sichern eine Zufahrtsstraße des Zentrum von Dresden ab, wo ein Stadtfest stattfindet (19. August 2017).
abu fdt, dpa, Arno Burgi

Stadt und Polizei haben sich nach Angaben aus dem Rathaus geeinigt, die Maßnahmen am Dom und am Hauptbahnhof zu verstärken. Das Land hatte nach den Anschlägen mit 15 Toten in Spanien alle NRW-Kommunen aufgerufen, besonders frequentierte Orte zu sichern. Terroristen nutzen für ihre perfiden Taten häufig Lastwagen, mit denen sie in Menschenmengen rasen. Erste Test haben jedoch gezeigt, dass schwere Laster wie bei den Attentaten von Nizza, Berlin oder Stockholm sich auch von Betonsperren nur schwer stoppen lassen. An der Technik wird weiter gearbeitet.

Unter anderem waren rund um die Duisburger Fußgängerzone mobile und feste Sperren aufgestellt worden. Allerdings hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund bereits davor gewarnt, Städte zu "Festungen" auszubauen.

Nicht erst seit den jüngsten Anschlägen sind die Behörden zu diesen Maßnahmen übergegangen. Seit dem Terroranschlag auf die Strandpromenade in Nizza mit 86 Toten im Juni 2016 werden in vielen deutschen Städten Märkte und Feste zusätzlich mit Laster-Sperren gesichert.

IS-Magazin ruft zur Zerstörung der Dresdener Frauenkirche auf

Auch die Dresdener Frauenkirche scheint ins Visier der Terroristen zu rücken. In Juli-Ausgabe der deutschen Auflage des IS-Magazins 'Rumiyah' steht unter einem Bild des Bauwerks: "Die Frauenkirche in Dresden - ein beliebter Versammlungsort der Kreuzzügler, der darauf wartet, niedergebrannt zu werden". Das Propagandamagazin gibt außerdem Tipps zum Bau von Molotowcocktails und zur Herstellung von Napalm.

Die Polizei wertet die Erwähnung der Kirche nicht als konkrete Bedrohung. "Das Bild der Frauenkirche ist für uns eher als Symbolbild zu verstehen", sagte Thomas Geithner, Sprecher der Polizeidirektion Dresden. Der Artikel sei eher allgemein gehalten und rufe die Leser generell dazu auf, Brandanschläge auf sensible Einrichtungen wie Tankstellen, Krankenhäuser, Bars, Tanzclubs, Schulen, Universitäten und eben auch Kirchen zu verüben. Darum werden die Sicherheitsvorkehrungen an der Frauenkirche nicht verstärkt. Das Bauwerk werde ohnehin schon seit längerem aufgrund seiner öffentlichen Bedeutung verstärkt überwacht, erklärte Geithner.

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Terroristen planten Sprengstoffattentate - unter anderem in der Sagrada Familia

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Stand die weltberühmte Sagrada Familia in Barcelona im Visier der Terroristen?
mbk fdt, dpa, Matthias Balk

Einer der in Spanien gefassten vier mutmaßlichen Terroristen hat unterdessen nach Medienberichten Pläne zu Sprengstoffanschlägen gestanden. Auch die weltberühmte Basilika Sagrada Familia und weitere Gebäude Barcelonas sollten in die Luft gejagt werden. Das habe der 21-jährige Mohamed Houli Chemlal vor dem Ermittlungsrichter in Madrid ausgesagt, berichtete die Zeitung 'El Mundo' unter Berufung auf Justizkreise.

Beim einem Anschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona und einer vereitelten Attacke im ebenfalls in Katalonien liegenden Küstenort Cambrils wurden insgesamt 15 Menschen getötet. Die verantwortliche Terrorzelle wurde nach Polizeiangaben zerschlagen. Neben den vier Gefassten soll die Gruppe weitere acht Mitglieder gehabt haben, die alle tot seien.