Nach Streit auf Spielplatz in Köthen: 22-Jähriger soll an Herzinfarkt gestorben sein

10. September 2018 - 8:55 Uhr

Obduktion ergab offenbar, dass der junge Mann eine kardiologische Vorerkrankung hatte

Zwei Männergruppen geraten auf einem Spielplatz in Köthen aneinander. Der Streit endet für einen 22-jährigen Deutschen tödlich, zwei Afghanen werden festgenommen. Die Polizei bereitet sich auf Proteste vor - auch angesichts der Ausschreitungen in Chemnitz. "Man hat die Bedenken, dass es ein zweites Chemnitz wird", berichtet RTL-Reporter Thomas Präkelt vor Ort und schätzt im Video die Lage ein.

Anfangsverdachts eines Tötungsdelikts gegen zwei Afghanen

Die beiden Afghanen wurden in der Nacht zum Sonntag wegen des Anfangsverdachts eines Tötungsdelikts festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt gemeinsam mitteilten. Nach Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung" starb der 22-Jährige an einem Herzinfarkt. Das sei das Ergebnis der Obduktion am Sonntag, berichtete die in Halle erscheinende Zeitung. Der 22 Jahre alte Mann hatte demnach eine kardiologische Vorerkrankung. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Köthen: So kam es zum Streit auf dem Spielplatz

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Auf einem Spielplatz in Köthen kam es zu einem Streit zwischen zwei Gruppen von Männern.
© dpa, Sebastian Willnow, gfh

Zu den Hintergründen des Geschehens und zu den Abläufen während des Streits am späten Samstagabend teilten die Ermittler am Sonntag keine Details mit und verwiesen auf die andauernden Befragungen. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war es auf einem Spielplatz zu einem Streit zwischen mehreren Männern gekommen. Drei aus Afghanistan stammende Männer sollen zunächst mit einer Frau dort darüber gestritten haben, von wem sie schwanger ist. Dann sollen der 22-jährige Deutsche und ein Begleiter hinzugekommen sein. Am Ende war ein Mann tot.

Gegen den dritten aus Afghanistan stammenden Mann gibt es nach dpa-Informationen keinen Verdacht, er wurde nicht festgenommen.

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"Hoffen und appellieren, dass nicht Gewalt mit Gewalt quittiert wird"

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Zeichen der Trauer: Blumen stehen an einem Baum auf einem Spielplatz.
© dpa, Dörthe Hein, kno

Politiker und Kirchenvertreter haben nun zur Besonnenheit aufgerufen. "Ich kann nur hoffen und appellieren, dass nicht Gewalt mit Gewalt quittiert wird", sagte der Köthener Kreisoberpfarrer Lothar Scholz am Tatort. "Wir sind betroffen, was hier geschehen ist."

Der Landrat des Kreises Anhalt-Bitterfeld, Uwe Schulze (CDU), sagte: "Wir gehen davon aus, dass der deutsche Rechtsstaat Recht walten lässt. Wir wissen aber noch nicht genau, was passiert ist." Der Landrat sagte, die Aufeinanderfolge von Chemnitz und Köthen "ist für uns schlecht". Er betonte, die Bundesregierung müsse sich überlegen, wie sie die Migration insgesamt gestalten wolle.

Auf dem Spielplatz, an dessen Rand die Auseinandersetzung geschah, legten am Sonntag zahlreiche Bürger, Politiker und Kirchenvertreter Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Für 19 Uhr ist ein Trauermarsch angekündigt.