Neymar und Co. vereint am Mittelkreis

Paris- und Istanbul-Spieler knien gegen Rassismus

09. Dezember 2020 - 21:40 Uhr

Leipzig von der Tabellenspitze verdrängt

Nach dem durch einen Schiedsrichter-Assistenten ausgelösten Rassismusvorfall beim Champions-League-Spiel in Paris wird das Handeln der beiden Teams als wichtiges und starkes Signal gelobt. Die Fortsetzung gewinnt PSG klar - wichtiger aber sind andere Ereignisse. Die emotionale Geste der Spieler sehen Sie oben im Video.

Beide Teams knieten gemeinsam nieder

Gemeinsam knieten beide Teams vor dem Anpfiff als Zeichen gegen Rassismus nieder.
Gemeinsam knieten beide Teams vor dem Anpfiff als Zeichen gegen Rassismus nieder.
© Imago Sportfotodienst

Beim Aufwärmen trugen die Profis von Paris Saint-Germain und Basaksehir Istanbul sowie die Schiedsrichter weiße T-Shirts mit den Logos beider Vereine und der Aufschrift "No to Racism" (Nein zu Rassismus). Vor dem Anpfiff knieten die Spieler rund um den Mittelkreis nieder und erhoben eine Faust - als Geste gegen Rassismus, als Hommage an den US-Football-Profi Colin Kaepernick.

Auch der Tag nach dem Spielabbruch der Champions-League-Partie im Pariser Prinzenpark war ein Tag der Symbolik und der starken Gesten. Im Stadion waren Transparente mit Botschaften gegen Rassismus aufgehängt worden. Darauf stand unter anderem "Unterstützung für M. Webo... Stolz auf die Spieler... gegen Rassismus" und "Paris vereint gegen Rassismus". Der am Vorabend mit einer Roten Karte bestrafte Istanbuler Co-Trainer Pierre Webo durfte auf der Bank Platz nehmen - und sah am Mittwoch eine 1:5-Niederlage des türkischen Meisters. Damit zog PSG als Gruppenerster vor RB Leipzig in die K.o.-Runde ein.

Ein Zeichen der Stärke und Entschlossenheit

Als "Zeichen in Europa" oder "historische Entscheidung" waren die Vorgänge am Dienstagabend schon zuvor gewürdigt worden. Selten in der Geschichte des Profifußballs hat ein Spielabbruch solche Reaktionen hervorgerufen. Mit ihrem gemeinsamen Abgang vom Rasen nach einem Rassismusvorfall durch den Schiedsrichter-Assistenten sendeten Basaksehir und PSG ein Zeichen der Stärke und Entschlossenheit.

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Dreifacher Neymar

Zum Sportlichen: In einer einseitigen Partie stellte der französische Meister schon vor der Pause die Weichen auf Sieg. Superstar Neymar traf in der 21. und 38. Minute, in der 42. Minute verwandelte Kylian Mbappe einen Foulelfmeter. Nach dem Seitenwechsel waren Neymar (50.) und Mbappe (62.) erneut erfolgreich, für die überforderten Gäste traf Mehmet Topal (57.). Das war an diesem Abend aber letztlich zweitrangig.

dpa/rtl.de

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