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Nach Skandal-Tweet über Noah Becker: AfD-Politiker Jens Maier will Verfahren verhindern und scheitert

Nach Skandal-Tweet über Noah Becker: AfD-Politiker Jens Maier will Verfahren verhindern und scheitert

ARCHIV - KOMBO - 14.02.2018: Jens Maier (l), Mitglied der AfD Bundestagsfraktion in der 19. Legislaturperiode, und Noah Becker auf dem Modefestival Bread & Butter. Nach einer rassistischen Twitter-Äußerung über Noah Becker hat die Staatsanwaltschaft
AfD-Politiker Jens Maier (links) und Noah Becker, Sohn der Tennis-Legende Boris Becker
mkx gfh kno hjb, dpa, Kalaene

'Spiegel‘ liegt Schreiben an Becker-Anwalt vor

Nach einer rassistischen Twitter-Äußerung über Noah Becker hat die Staatsanwaltschaft Dresden ein Ermittlungsverfahren gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier wegen des Verdachts der Beleidigung eingeleitet. Dem 'Spiegel‘ liegt ein Schreiben vor, wonach der Politiker das Verfahren in letzter Sekunde stoppen wollte.

Becker-Seite findet Schreiben "nicht glaubhaft“

Maier wandte sich an Becker-Anwalt Christian-Oliver Moser mit den Worten: "Ich bin weder Täter einer Beleidigung, noch Anstifter oder Gehilfe.“ Das Schreiben ist vom 5. Februar 2018. Die Becker-Seite reagierte darauf nicht, so der 'Spiegel'. Das Verfahren eröffnete die Staatsanwaltschaft am 8. Februar.

Weil Beleidigung ein sogenanntes Antragsdelikt ist, darf nur ermittelt werden, wenn es eine Anzeige vom mutmaßlichen Opfer gibt. Laut Becker-Anwalt Moser waren die Worte des AfD-Politikers "für uns nicht glaubhaft". Vielmehr prüfe er gemeinsam mit seinem Mandanten eine Forderung nach Schmerzensgeld.

Maier macht Mitarbeiter für Skandal-Tweet verantwortlich

Über den Twitter-Account des sächsischen Abgeordneten und jahrelangen Richters war Anfang Januar bezogen auf den Sohn von Tennislegende Boris Becker der Satz veröffentlicht worden: "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären." Der Kommentar wurde später gelöscht.

Maier erklärte, nicht er selbst, sondern ein Mitarbeiter habe die Zeilen verfasst. Diesem habe er eine Abmahnung erteilt. Der Kommentar bezog sich auf ein Interview, in dem Becker erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine "weiße Stadt", er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe attackiert worden. Becker hat ein Maler-Atelier in Berlin, arbeitet als DJ und ist Mitglied einer Band.