Nach seinen dreisten Sprüchen zur Steuer-Affäre: Droht Uli Hoeneß jetzt wieder Knast?

16. Mai 2017 - 10:41 Uhr

NRW-Justizminister Kutschaty warnt Hoeneß: "Er sollte sehr vorsichtig sein"

Das Nachtreten von Uli Hoeneß in der Steuer-Affäre kam bei vielen Bürgern nicht gut an - auch aus der Politik gab es harsche Kritik. Der Bayern-Präsident hatte sich über seine Haftstrafe beschwert und gesagt, ein "Freispruch wäre völlig normal gewesen". Thomas Kutschaty (SPD), der Justizminister von Nordrhein-Westfalen, sagte in der 'Bild'-Zeitung: "Er sollte sehr vorsichtig sein. Denn er steht unter Bewährung. Und bei solchen Äußerungen kann man schon den Widerruf der Bewährung prüfen."

Hoeneß: "Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war"

21 Monate Luxusknast hatten bei Hoeneß offenbar nicht die gewünschte Wirkung, so der SPD-Politiker. Tatsächlich kann bei einer Straftat oder bei Missachtung von Auflagen ein Widerruf der Bewährung erfolgen. Zuständig ist allerdings nicht NRW-Justizminister Kutschaty, dem diese Attacke im Wahlkampf helfen könnte, sondern das bayerische Justizministerium. Und das äußerte sich bisher nicht zu den Aussagen von Uli Hoeneß.

Hoeneß hatte sich bei einer Gala-Veranstaltung in Liechtenstein auf seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung zurückgeblickt. "Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war", sagte der Präsident des FC Bayern München ausgerechnet in Liechtenstein, das lange als Steuerparadies galt. Die Schweizer Zeitung 'Blick' hatte die Aussagen veröffentlicht.

Hoeneß war am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am 29. Februar 2016 kam er vorzeitig aus der Haft.