Nach Sauf-Orgie an Polizei-Fachhochschule in Güstrow

Polizei-Schüler soll junge Frau vergewaltigt haben

Es ist ein Skandal! Seit Monaten feiern angehende Polizisten in einem Wohnheim der Polizeischule in Güstrow in Meckenburg-Vorpommern wilde Partys.
© deutsche presse agentur

16. Oktober 2020 - 11:03 Uhr

Schwere Vorwürfe gegen Polizeischüler in Mecklenburg-Vorpommern

Seit Monaten feiern angehende Polizisten in einem Wohnheim der Polizeischule in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern angeblich wilde Partys. Nun gibt es einen schlimmen Verdacht: Ein Polizeischüler soll eine junge Frau vergewaltigt haben. Die Ermittlungen laufen.

Polizeischüler (21) soll die Frau Anfang Oktober missbraucht haben

Wie der "Nordkurier" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, soll der 21-jährige Polizeischüler dem Vorwurf zufolge nach einer Party am ersten Oktober-Wochenende eine junge Frau vergewaltigt haben. "Alle Beteiligten waren ziemlich betrunken, das mutmaßliche Opfer hat die Anzeige erst zwei Tage nach der Tat erstattet", zitiert die Zeitung den Oberstaatsanwalt Harald Nowack.

Bis zum Abschluss der Ermittlungen sei dem Anwärter vorsorglich die Teilnahme am Studium und der Aufenthalt auf dem Campus der Fachhochschule untersagt worden, berichtet das Blatt.

„Jedes Fehlverhalten wird verfolgt und geahndet“

Die Leitung der Fachhochschule äußerte sich am Donnerstag nicht konkret zu den Vorwürfen. Direktorin Marion Rauchert kündigte an, dass die Fachhochschule alles dazu beigetragen werde, den im Raum stehenden Sachverhalt konsequent aufzuklären. "Jedes Fehlverhalten, das uns bekannt wird, wird verfolgt und geahndet", betonte Rauchert.

Polizei musste randalierende Schüler stoppen

Die Polizei-Fachhochschule in Güstrow ist in der Vergangenheit immer wieder negativ aufgefallen, berichtet der "Nordkurier". "Neben ausufernden Partys mit viel Alkohol machten Polizeischüler auch durch laute Musik, das Zünden von Feuerwerk und Ruhestörung auf sich aufmerksam", heißt es. Die Polizei hätte deshalb öfter auf das Campus-Gelände ausrücken müssen.

Vor drei Jahren sei rund vier Anwärtern der Wohnheimplatz gekündigt worden, nachdem diese gegen "die Regeln für das Zusammenleben verstoßen" hätten. Im Dezember vergangenen Jahres mussten zwei Streifenwagen und die Bereitschaftspolizei auf dem Campus anrücken, weil sich Anwohner über den Lärm aus einem der Wohnheime beschwert hatten. Auch im September dieses Jahres habe die Polizei eine Party auf dem Campus beenden müssen. "Auch diesmal floss viel Alkohol, die Musik dröhnte über das Gelände, Anwärter zündeten zudem Feuerwerk vor dem Wohnheim", schreibt die Zeitung. Es hagelte Ermahnungen.