"Wir wissen nicht, wohin die Reise geht"

Nach Reisewarnung und Erklärung zum Risikogebiet: Urlauber auf Mallorca sind entsetzt

15. August 2020 - 14:02 Uhr

Video: Mallorca-Urlauber sind ratlos

Risikogebiet, Reisewarnung, abgesagte Pauschalreisen – für Spanien geht es aktuell Schlag auf Schlag. Neben der spanischen Tourismusbranche trifft es besonders Urlauber hart, die gerade eine Reise aufs spanische Festland oder auf die Balearen geplant haben, oder sogar schon vor Ort sind. Wir haben deutsche Touristen auf Mallorca getroffen, die gerade erst in den Urlaub gestartet sind. Die Entscheidungen der Bundesregierung sind für sie ein Riesen-Schock: "Wir sind total entsetzt, wir wissen nicht, wohin die Reise jetzt geht." Wohin sie gehen könnte und was Urlauber jetzt tun könnten, erklärt RTL-Reiseexperte Ralf Benkö im Video.

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30.000 deutsche Pauschalurlauber derzeit auf den Balearen

Derzeit weilen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen. Mit etwa mehr als 90 Prozent die meisten von ihnen auf Mallorca, schätzt DRV-Sprecher Torsten Schäfer. Allerdings gebe es noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollten. Gäste, die bei dem Reiseveranstalter TUI gebucht haben, können entweder ihren planmäßigen Rückflug in den nächsten sieben Tagen antreten oder auf ein früheres Datum umbuchen.

Nach Angaben des DRV werden alle Reiseveranstalter in den kommenden Tagen geplante Reisen zu den von der Reisewarnung betroffenen Zielen absagen. Das gehört zum Standardverfahren nach einer Reisewarnung, die zwar kein Reiseverbot bedeutet, aber Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht. Bereits am Freitagabend hatte zum Beispiel TUI angekündigt, ab Samstag alle Pauschalreisen nach Spanien mit Ausnahme der Kanaren zu streichen.

Auch DER Touristik plant, Spanien-Reisen bis zum 21. August abzusagen. "Das werden sie jetzt bei allen Reiseveranstaltern sehen", sagte Schäfer. Die Absagen würden "erstmal von Woche zu Woche" erfolgen, um abzuwarten, ob die Reisewarnung nicht bald wieder aufgehoben wird. "Man kann ja nicht Mallorca bis zum Jahresende absagen."

Was bedeutet die Erklärung zum Risikogebiet für Urlauber?

Am Freitag wurden das spanische Festland und die Balearen vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Risikogebiet erklärt. Für Urlauber bedeutet das, dass sie bei ihrer Rückkehr einen Corona-Test vorweisen müssen.

Dafür haben Reiserückkehrer zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich schon im Urlaubsland in den 48 Stunden vor der Abreise testen. Dann müssen sie den Test aber selbst bezahlen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen. Das ist dann kostenlos. In häuslicher Quarantäne muss man so lange bleiben, bis das Testergebnis da ist.