Was wir bisher über die rechte Gruppe wissen

Nach Razzia: Alle 12 Terrorverdächtigen sitzen in U-Haft

17. Februar 2020 - 10:31 Uhr

Haftvorführung in Karlsruhe

Was genau die Gruppe geplant hatte, ist noch nicht ganz klar. Für die Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs waren die Beweise gegen die Terrorverdächtigen aber so belastend, dass sie alle zwölf Festgenommenen in Untersuchungshaft schickten. Mit einer Razzia in sechs Bundesländern hatten die Behörden die mutmaßliche rechte Terrorzelle zerschlagen. Was über die Verdächtigen bisher bekannt ist – in unserem Video.

Mutmaßliche Terrorzelle plante Anschläge auf Politiker, Muslime und Asylbewerber

Mutmaßliche rechte Terrorzelle - Festgenommene beim BGH
Alle zwölf Verhafteten sitzen nun in Untersuchungshaft.
© dpa, Uli Deck, ude axs

Die Anhörungen der vielen Verdächtigen in Karlsruhe zogen sich über den ganzen Tag. Vier der Inhaftierten sollen zum Kern der Gruppe gehören, acht weitere sind nach Ansicht der Ermittler Helfer. Alle zwölf sitzen nach der Haftvorführung in Untersuchungshaft.

Die mutmaßlichen Rechtsterroristen sollen Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben, um Chaos auszulösen und so die Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik ins Wanken zu bringen. Das Vorhaben sei aber noch nicht näher konkretisiert worden. Die Festgenommenen sind alle zwischen 31 und 60 Jahre.

Kern der rechtsradikalen Gruppe sind fünf Personen

Mutmaßliche rechte Terrorzelle - Festgenommene beim BGH
Die Mitglieder der rechten Gruppe sollen Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime geplant haben.
© dpa, Silas Stein, sis axs

Laut Bundesanwaltschaft hatte sich die Gruppe in Chats und telefonisch ausgetauscht und auch schon mehrfach getroffen. Diese Treffen soll der 53-jährige Werner S. aus dem Raum Augsburg koordiniert haben, zum Teil unterstützt von Tony E. (39) aus Niedersachsen (Landkreis Uelzen). Zum Kern der Gruppe sollen außerdem der 35-jährige Thomas N. aus Nordrhein-Westfalen (Kreis Minden-Lübbecke) und der 47-jährige Michael B. aus Baden-Württemberg (Raum Esslingen) gehört haben. Zum Kern der Gruppe rechnet die Bundesanwaltschaft noch einen fünften Mann. Er wurde als Einziger nicht festgenommen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Freitag zu den Durchsuchungen bekanntgegeben, dass ein Verwaltungsmitarbeiter der Polizei suspendiert worden sei. Dieser Mann ist dem Vernehmen nach einer der mutmaßlichen Unterstützer. Die anderen sieben mutmaßlichen Helfer waren ebenfalls in NRW, in Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen-Anhalt gefasst worden.