Nach Protesten

Frankreichs Regierung passt Rentenreform an

In Frankreich gingen Tausende auf die Straßen, um gegen die geplante Rentenreform zu demonstrieren.
In Frankreich gingen Tausende auf die Straßen, um gegen die geplante Rentenreform zu demonstrieren.
© imago images/PanoramiC, Ronan Houssin via www.imago-images.de, www.imago-images.de

11. Januar 2020 - 17:53 Uhr

Frankreichs Premier macht Zugeständnisse

Die französische Regierung hat im Konflikt um die Rentenreform Medienberichten zufolge deutliche Zugeständnisse an die Gewerkschaften gemacht. Die Regelung, nach der die Franzosen erst mit 64 Jahren volle Rentenbezüge erhalten sollen, werde vorläufig aus der Gesetzesreform gestrichen, erklärte Frankreichs Premierminister Édouard Philippe am Samstag. 

Gewerkschaft begrüßt den Schritt

Die Regierung sei "bereit, das entscheidende Alter von 64 Jahren vorübergehend aufzuheben", schrieb Philippe demnach an die Gewerkschaften. Das Alter ist bisher der Hauptstreitpunkt zwischen den Gewerkschaften und der Regierung gewesen. Die gemäßigte Gewerkschaft CFDT begrüßte den Schritt, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. CFDT will demnach die Diskussionen in dem neuen vorgeschlagenen Rahmen fortsetzen.

Rente in Frankreich soll ähnlich wie in Deutschland geregelt werden

Mit der Reform soll für die Rente ein universelles Punktesystem ähnlich wie in Deutschland eingeführt werden. Damit würde die Zersplitterung in mehr als 40 Rentenkassen enden. Viele Berufsgruppen fürchten allerdings ein Aus für Sonderrechte und Privilegien. Die Regierung war ihnen bereits mit sehr langen Übergangsfristen entgegengekommen.