Protestaktionen von Bundesliga-Stars

Außenminister Heiko Maas hat "vollstes Verständnis"

02. Juni 2020 - 22:06 Uhr

Spieler setzen Zeichen gegen Rassismus

Politische Botschaften sind auf den Plätzen der Fußball-Bundesliga für Profis verboten. Deswegen beschäftigt sich der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit dem Verhalten einiger Spieler, die am Wochenende ein Zeichen gegen Polizeigewalt und Rassismus setzten.  Außenminister Heiko Maas (SPD) gibt den Spielern Rückendeckung. Der Weltverband fordert gesunden Menschenverstand.

Maas hat "vollstes Verständnis"

"Ich habe vollstes Verständnis für diese Proteste, auch in der Art und Weise wie sie stattgefunden haben, wie ich finde in großer Zurückhaltung. Und ich hoffe, dass das bei den Verantwortlichen, die das zu beurteilen haben, auch so gesehen wird", sagte Maas.

Slogans und Kniefall

Der Schalker Profi Weston McKennie, der US-Staatsbürger ist, hatte am Wochenende eine Armbinde mit "Justice for George" im Spiel gegen Werder Bremen getragen. Die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi hatten T-Shirts unter ihren BVB-Trikots mit der Aufschrift "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit für George Floyd) gezeigt. Gladbachs Marcus Thuram ging symbolisch in die Knie. Auch Kölns Anthony Modeste schloss sich den Protesten beim 2:4 gegen RB Leipzig mit einer Geste an.

Fifa: Lösung mit "gesundem Menschenverstand"

Nach Ansicht des Weltverbandes FIFA sollen Proteste und Solidaritätsbekundungen keine Strafen nach sich ziehen. Zwar obliege die Sanktionierung von Spielern den jeweiligen Organisatoren der Wettbewerbe, diese sollten jedoch dabei "gesunden Menschenverstand" walten lassen und die Umstände berücksichtigen, wie der Verband am Dienstag mitteilte.

Man habe "volles Verständnis für die tiefen Gefühle und Sorgen, die viele Fußballer angesichts der tragischen Umstände des Falls George Floyd zum Ausdruck gebracht haben", hieß es in dem Statement weiter.

"Um Zweifel zu vermeiden: In einem FIFA-Wettbewerb würden die jüngsten Demonstrationen von Spielern in der Bundesliga einen Applaus verdienen und keine Bestrafung", erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Wir alle müssen Nein zu Rassismus und jeglicher Form von Diskriminierung sagen. Wir alle müssen Nein zu Gewalt sagen. Jeder Form von Gewalt."

rtl.de/dpa/sid