Nach Parkland-Massaker: Druck auf Waffenlobby NRA wächst

24. Februar 2018 - 20:08 Uhr

Einige US-Firmen wollen NRA nicht mehr unterstützen

Zeigen die massiven Proteste auf der Straße und in den sozialen Medien doch eine Wirkung? Es scheint fast so, denn in den USA wächst der Druck auf die Waffenlobby NRA. Mehrere amerikanische Unternehmen wollen Vergünstigungen für Mitglieder der 'National Rifle Association' streichen. Auslöser ist das Schulmassaker von Parkland. Der Attentäter erschoss 17 Menschen.

Keine Rabatte mehr für die fünf Millionen NRA-Mitglieder

15.02.2018, Land unbekannt, Ort unbekannt: Ein Bild, hochgeladen im Instagram Account von Nikolas Cruz, zeigt Waffen die auf einem Bett liegen. Cruz ist der mutmaßlichen Attentäter, der am 14.02.2018 in der Marjory Stoneman Douglas High School mehrer
Diese Sammlung an schweren Waffen hatte Attentäter Nikolas Cruz zur Verfügung.
© dpa, -, afn pil

Die Autoverleiher Hertz und Enterprise haben nach massiven Protesten ihrer Kunden angekündigt, Bonusprogramme für NRA-Mitglieder zu streichen. Mehrere Hotelketten, der Versicherungskonzern MetLife und die Internet-Sicherheitsfirma Symantec haben daraufhin nachgezogen und ihrerseits die Privilegien von NRA-Mitgliedern abgeschafft. Zuvor hatte schon die 'First National Bank' im US-Staat Omaha angekündigt, eine NRA-Kreditkarte nicht mehr herauszugeben - auch hier hatten andere Kunden protestiert.

Die Kritik an der umstrittenen Waffenlobby war nach dem Schulmassaker von Parkland wieder einmal lauter geworden. Der 19-järhige Nikolas Cruz hatte in der vergangenen Woche an seiner alten Schule in Florida 17 Menschen erschossen. Auf Instagram zeigte er seine zahlreichen, legal erworbenen Waffen.

NRA-Chef Wayne LaPierre lässt die Kritik kalt

Nach Parkland-Massaker: Druck auf Waffenlobby NRA wächst
Will am "Recht auf Selbstverteidigung" nicht rütteln: NRA-Chef Wayne LaPierre.
© imago/ZUMA Press, Ron Sachs, imago stock&people

NRA-Chef Wayne LaPierre hat unterdessen das bestehende Waffenrecht verteidigt. "Das Einzige, das einen bösen Menschen mit einer Waffe stoppen kann, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", zitierte er einen Leitspruch der Waffenlobby. Dass er damit falsch liegt, zeigt der Fall eines bewaffneten Hilfssheriffs, der bei dem Amoklauf an der 'Marjory Stoneman Douglas High School' nicht eingriff.

Für die NRA ist die Kritik nur ein "unehrlicher Versuch" von Medien und Sozialisten die öffentliche Meinung zu beeinflussen. "Weinende Mütter sind gut für die Quote", provozierte NRA-Sprecherin Dana Loesch nur wenige Tage nach der Tragödie von Parkland.