Sieben Jahre lang hielt "Zurück in die Zukunft"- Star die Krankheit geheim

„Ich war Alkoholiker“: Nach seiner Parkinson-Diagnose griff Michael J. Fox zur Flasche

20.01.2023, USA, Park City: Der Schauspieler Michael J. Fox, kommt zur Premiere des Dokumentarfilms «Still: A Michael J. Fox Film» beim Sundance Film Festival. Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Schauspieler Michael J. Fox bei der Premiere des Dokumentarfilms "Still: A Michael J. Fox Film" beim Sundance Film Festival
CP alf, dpa, Chris Pizzello

Anfang der 90er bekam Michael J. Fox (61) die Diagnose Parkinson. Ein Schock, den der Schauspieler zunächst nicht bewältigen konnte. Er ignorierte die Symptome, hielt die Krankheit jahrelang geheim. Er griff sogar zum Alkohol, um an seinem großen Geheimnis und dem Schweigen nicht zu zerbrechen, wie er in einer neuen Dokumentation erzählt.

Niemand sollte von seiner Parkinson-Diagnose erfahren

In der Doku „Still: A Michael J. Fox Movie“, die am Freitag (20. Januar) beim „Sundance Film Festival“ Premiere feierte, spricht Michael J. Fox ganz offen über seine Parkinson-Erkrankung. Doch das war tatsächlich nicht immer so… Nachdem er ein auffälliges Fingerzucken bei sich beobachtet hatte, suchte der „Zurück in die Zukunft“-Star 1991 einen Neurologen auf, der ihm die Diagnose stellte. Diese behielt er sieben Jahre lang geheim – was gar nicht mal so einfach war.

Um die ersten Symptome zu mildern, schluckte er Dopaminpillen. „Therapeutischer Wert, Komfort – nichts davon war der Grund, warum ich diese Pillen nahm. Es gab nur einen Grund: um nicht aufzufliegen“, erinnert sich der heute 61-Jährige zurück. Außerdem habe er in der Vergangenheit beim Drehen immer Requisiten in der linken Hand gehalten, um das Zittern zu verbergen. Um mit der Situation klarzukommen, habe er zudem zur Flasche gegriffen. „Ich wusste nicht, was passierte. Ich wusste nicht, was auf mich zukommen würde. Was wäre also, wenn ich einfach vier Gläser Wein und vielleicht einen Schnaps trinke?“, sagt er laut „USA Today“ in einer Szene mit Regisseur Davis Guggenheim: „Ich war definitiv ein Alkoholiker. Aber ich habe 30 Jahre lang nichts mehr getrunken.“

Im Video: Tracy Pollan war in all den Jahren an Michael J. Fox' Seite

Michael J. Fox: 30 Jahre Ehe mit Tracy Pollan Die Ehe des Schauspielers hat viel durchgemacht
01:33 min
Die Ehe des Schauspielers hat viel durchgemacht
Michael J. Fox: 30 Jahre Ehe mit Tracy Pollan

1 weitere Videos

Die ersten Jahre nach der niederschmetternden Diagnose seien eine Herausforderung gewesen. Aus diesem Grund habe er sich in die Arbeit gestürzt und sei viel gereist: „Man kann zu Hause nicht so tun, als hätte man kein Parkinson, weil man es einfach mit sich herumträgt. Wenn ich in der Welt unterwegs bin, habe ich mit anderen Menschen zu tun, und die wissen nicht, dass ich es habe.“ Erst 1998 sprach Michael J. Fox erstmals über seine Erkrankung.

„Für mich ist das Schlimmste die Einschränkung“, gibt er in der Dokumentation einen Einblick in seinen Alltag mit Parkinson: „Das Schlimmste ist, eingesperrt zu sein und keinen Ausweg zu haben.“ Mittlerweile geht er ganz offen mit dem Thema um und gesteht an einer Stelle in „Still“: „Ich habe starke Schmerzen.“ Die Krankheit führt dazu, dass er beim Gehen häufig stürzt – selbst bei den Dreharbeiten zur Doku hat er sich mehrfach verletzt. Unter anderem brach er sich die Knochen seiner linken Wange, seiner Hand und seines Arms und renkte sich die Schulter aus.

Lese-Tipp! Michael J. Fox: Seltener Auftritt mit seinen Kindern

Michael J. Fox, der sich 2020 von der Schauspielerei zurückzog, versteckt sich nach seiner Geheimhaltung in den 90ern nicht mehr. Im Gegenteil: Er schreibt mittlerweile Bücher über seine Erfahrungen und seine ‘Michael J. Fox Foundation’ war führend bei der Befürwortung von mehr Forschung und Finanzierung für die bisher unheilbare Krankheit. (dga)

Lesetipp: Bis zu 30 Jahre vor dem Ausbruch! Auf diese Parkinson-Warnsignale sollten Sie achten