Nach Opel-Aus in Bochum: Wirtschaftsminister Rösler attackiert GM

11. Dezember 2012 - 20:34 Uhr

Rösler: "Ich bin sauer"

Nach dem Aus für den Opel-Standort Bochum hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) dem Mutterkonzern General Motors gravierende Management-Fehler vorgeworfen. "Ich bin sauer, gerade weil das Unternehmen Fehler gemacht hat, auch beim Umgang mit den Mitarbeitern in der Vergangenheit", sagte Rösler der 'Rheinischen Post'.

Nach Opel-Aus in Bochum: Wirtschaftsminister Rösler attackiert GM
Parteichef Rösler am Montag bei der FDP-Präsidiumssitzung: Der Wirtschaftsminister kritisiert GM scharf.
© dpa, Robert Schlesinger

GM müsse sich fragen lassen, ob der Konzern in der Vergangenheit alles Notwendige getan habe, um das Aus für Bochum zu verhindern. "So war es ein Fehler, dass Opel nur in sehr geringem Umfang Autos im wichtigen Wachstumsmarkt China verkaufen durfte. Ich erwarte von Opel, dass das Unternehmen seiner Verantwortung gerecht wird und mithilft, die Folgen der Werksschließung für die Beschäftigten abzumildern", verlangte Rösler.

Staatshilfe für Opel lehnte Rösler ab, "weil diese die unternehmerischen Probleme in der Regel auf Dauer nicht beheben kann". Land und Stadt seien gefragt, eine Zukunftsperspektive für Bochum zu schaffen. Die Arbeitsagenturen würden alles tun, um den Beschäftigten zu helfen.

Bochum: Spontanprotest von Arbeitnehmern

Die Arbeitnehmer wollen das Aus indes nicht einfach hinnehmen und kündigten Widerstand gegen das Ende der Opel-Produktion in Bochum an: Gewerkschaften und Betriebsrat wollen die bittere Pille nicht schlucken, die das Management am Montag verkündet hatte. "Die IG Metall akzeptiert eine Schließung des Standortes Bochum nicht", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber

Erste leichte Proteste gab es schon von den Arbeitnehmern: Etwa 50 Opel-Mitarbeiter haben heute durch eine zweistündige spontane Arbeitspause die Produktionsabläufe stellenweise gestört. Ein Opel-Sprecher bestätigte Berichte, wonach sich einige Mitarbeiter gegen halb acht im Werksfoyer versammelt hatten.

Opel-Vorstand und General-Motors-Führung hatten entschieden, dass ab 2016 keine weiteren Autos mehr in Bochum gebaut werden sollen. Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) forderte von der Opel-Mutter General Motors (GM) eine Beschäftigungsgarantie für die gut 3.000 Arbeiter am Standort Bochum. "Unsere Forderung ist ganz klar. Niemand von den Beschäftigten darf in die Arbeitslosigkeit gehen, auch nicht nach 2016", sagte Duin im Deutschlandfunk.