Sandra M. (25) soll Greta (†3) getötet haben

Nach Mord in Kita: Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein

Sandra M.
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03. Juni 2020 - 18:41 Uhr

Staatsanwaltschaft gab wichtige Infos nicht weiter

Nach dem mutmaßlichen Mord an der drei Jahre alten Greta in der Kita "Steinkreis" im nordrhein-westfälischen Viersen hat die Staatsanwaltschaft Kleve einen Fehler eingeräumt. Informationen seien nicht weitergegeben worden.

Psychischen Auffälligkeit nicht mitgeteilt

Frühere Hinweise zur psychischen Auffälligkeit der inzwischen mordverdächtigen Erzieherin Sandra M. seien nicht weitergegeben worden, obwohl dies vorgeschrieben sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Bei vorangegangenen älteren Ermittlungen wegen Vortäuschens einer Straftat seien Erkenntnisse zur psychischen Verfassung der 25-jährigen Kindergärtnerin aufgetaucht, die der Aufsichtsbehörde ihrer Kindertagesstätte hätten mitgeteilt werden müssen. Die Behörde hatte die früheren Ermittlungen gegen die Erzieherin wegen geringer Schuld eingestellt. Eine Rechtsmedizinerin hatte dabei festgestellt, dass die Frau dringend psychologische Hilfe benötige und es sich bei der Straftat um einen Hilferuf gehandelt haben könnte. Die Erzieherin selbst habe den Bedarf bestätigt. Sie und ihre Eltern hätten versichert, dass man sich um professionelle Hilfe kümmern werde.

Gefahr für Kinder war nicht auszuschließen

Weil nicht auszuschließen gewesen sei, dass die psychische Verfassung der Frau auch eine Gefahr für die betreuten Kinder darstellen könne, hätte dies der Aufsichtsbehörde trotz der eingestellten Ermittlungen gemeldet werden müssen, so Oberstaatsanwalt Günter Neifer.

Die Behördenspitze habe mit der ermittelnden Staatsanwältin bereits ein ausführliches Gespräch geführt und sie für die Mitteilungspflichten "sensibilisiert".

Sandra M. (25) soll Übergriff vorgetäuscht haben

Die 25-jährige Erzieherin hatte im Mai 2019 behauptet, im Wald bei Geldern von einem Unbekannten mit einem Messer im Gesicht verletzt worden zu sein. Der Unbekannte habe auf einer um Hilfe rufenden Frau gelegen, der sie zur Hilfe geeilt sei, hatte sie erzählt. Nachdem sie verletzt worden sei, hätten sich beide Unbekannten entfernt.

Eine Rechtsmedizinerin hatte die Verletzung untersucht und nicht ausgeschlossen, dass Sandra M. sich diese selbst zugefügt haben könnte. In den Vernehmungen seien dann weitere Ungereimtheiten aufgetaucht. Die Frau hatte schließlich eingeräumt, dass das "möglicherweise alles nicht richtig" gewesen sei, was sie erzählt habe.