Nach Mord an Joggerin Carolin G.: Angeklagter muss lebenslang in Haft

Der Mörder von Carolin G. muss lebenslang ins Gefängnis.
Der Mörder von Carolin G. muss lebenslang ins Gefängnis.
© dpa, Patrick Seeger, pse gfh bwe

22. Dezember 2017 - 13:49 Uhr

Mit Spannung erwartetes Urteil gefallen

Anfang November 2016 starb die Joggerin Carolin G. aus Endingen (Baden-Württemberg). Nun wurde ihr Mörder verurteilt. Das Landgericht Freiburg hat den Fernfahrer aus Rumänien zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Doch dem Mann werden noch weitere Verbrechen zur Last gelegt. Darum hat Österreich die Auslieferung des Verurteilten beantragt.

Staatsanwaltschaft: "Ein eiskalter Mörder"

Der 40-Jährige habe sich des Mordes und der besonders schweren Vergewaltigung schuldig gemacht, entschieden die Richter. Weil ein psychatrischer Gutachter große Wiederholungsgefahr bei dem Fernfahrer sah, kann er nach 15 Jahren nicht wieder auf freien Fuß kommen. "Ich halte ihn für ein Monster", sagte einer der Nebenklageanwälte in dem Prozess vor dem Freiburger Landgericht. Der 40-Jährige sei gemeingefährlich, "ein eiskalter Mörder" und gehöre für immer eingesperrt.

Der Angeklagte gestand, dass er Carolin G. in einem Waldstück auflauerte, sie vergewaltigte und tötete. Der Familienvater sei fest entschlossen gewesen, "ein sexuell motiviertes Tötungsdelikt zu begehen", erklärte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Der Fernfahrer sei heimtückisch und äußerst brutal sei er vorgegangen. "Ziel war es, das Leben von Carolin G. auszulöschen."

Der Verteidiger des 40-Jährigen plädierte hingegen auf Totschlag. Anstelle von sexuellen Motiven, könnte der Mann auch aus krankhaftem Hass gegen Frauen gehandelt haben. Seine alkoholkranke Mutter habe ihn als Kleinkind verlassen, erklärte der Anwalt.

Angeklagter soll noch weitere Verbrechen begangen haben

Nachdem das Urteil gefallen war, beantragte Österreich die Auslieferung des Mannes, um ihm in Innsbruck den Prozess zu machen. Ihm wird der Mord an einer weiteren jungen Frau zur Last gelegt. Im Januar 2014 wurde in Kufstein (Österreich) eine Austauschstudentin aus Lyon tot aufgefunden. Am Tatort fanden die Ermittler Spuren des Rumänen. Durch die Auswertung von Lkw-Maut-Daten kam die Polizei dem Mann schließlich auf die Spur. Das Oberlandesgericht in karlsruhe prüft nun den Antrag Österreichs.

Offenbar wurde noch eine weitere Frau Opfer des 40-Jährigen. 2005 soll er Ilona M. aus Rumänien ein Messer in den Rücken gerammt haben. Die Prostituierte überlebte knapp, weil die Klinge ihr Herz um wenige Millimeter verfehlte. Sie wirft der rumänischen Justiz vor, bei den Ermittlungen damals schwere Fehler gamacht zu haben. "Die zwei Frauen könnten noch leben", meint sie. Im Video erzählt die Frau die ganze Geschichte.