Frau in der Kirche Notre-Dame offenbar geköpft

Terroralarm in Nizza: Hier schießt die Polizei auf den Angreifer

30. Oktober 2020 - 10:53 Uhr

Drei Tote und sechs Verletzte bei Messerangriff in Nizza

Nach der blutigen Messerattacke mit drei Toten in Nizza gilt in Frankreich die höchste Terrorwarnstufe. Es sei die Stufe "Urgence Attentat" des Anti-Terror-Alarmplans "Vigipirate" ausgerufen worden, sagte Premierminister Jean Castex am Donnerstag in der Nationalversammlung in Paris. Bei dem Angriff in der südfranzösischen Küstenstadt hat es drei Tote und sechs Verletzte gegeben. Im Video ist zu sehen, wie die Polizei auf den Angreifer schießt.

Französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen übernommen

Laut französischen Medienberichten soll eine Frau in der Kirche Notre-Dame enthauptet worden sein. Ein weiteres Opfer, ein Mann, soll ebenfalls in der Kirche tödlich verletzt worden sein, so die französische Tageszeitung "Le Monde". Das dritte Todesopfer, weiblich, soll in einer Bar, in die es sich geflüchtet hatte, getötet worden sein. Die Polizei riet, den Bereich zu meiden. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Attentäter von Nizza ist offenbar 21-jähriger Tunesier

Bei dem mutmaßlichen islamischen Attentäter von Nizza handelt es sich nach Informationen aus Polizeikreisen offenbar um einen 21-jährigen Tunesier. Der Mann sei kürzlich über Italien nach Frankreich eingereist, sagte ein Insider am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Seine Identität werde noch geprüft.

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Bürgermeister sprach von "terroristisch motivierter Attacke"

Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, teilte via Twitter mit, es sei ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Nach Ansicht von Estrosi könnte es sich um eine terroristisch motivierte Attacke handeln.

Ressortchef Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr im Land gewarnt. Erst vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

Emmanuel Macron: Angriff in Nizza war islamistischer Terroranschlag

Laut Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron war die Messerattacke in Nizza ein "islamistischer Terroranschlag". Frankreich sei angegriffen worden, sagte der 42-Jährige am Donnerstag in der südfranzösischen Küstenmetropole. Er kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz "Sentinelle" des Militärs solle von bisher 3.000 auf nun 7.000 Soldaten aufgestockt werden. Macron war nach dem Anschlag in Begleitung von Ministern nach Nizza gereist.

Papst Franziskus bekundet Nähe zu den Trauernden

Papst Franziskus hat seine Nähe und sein Mitgefühl mit den Trauernden bekundet, wie der Vatikan mitteilte "Es ist ein Moment des Schmerzes in einer Zeit der Verwirrung. Terrorismus und Gewalt können niemals akzeptiert werden", schrieb Vatikansprecher Matteo Bruni. Das katholische Kirchenoberhaupt sei "informiert und steht der trauernden katholischen Gemeinschaft nahe", hieß es weiter. Franziskus bete für die Opfer und ihre Angehörigen, dass die Gewalt aufhöre.

Angriffe auch in Avignon und Saudi-Arabien

Kurz nach dem Messerangriff in Nizza tötete die Polizei im südfranzösischen Avignon einen mutmaßlichen Angreifer, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Derzeit gebe es keine Hinweise auf einen Terrorhintergrund, berichteten Polizeikreise.

Am französischen Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien griff ein Mann am Donnerstag einen Sicherheitsbeamten an und verletzte ihn leicht. Der Täter sei festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Der Mann sei um die 40 Jahre alt und habe den Wächter mit einem scharfen Werkzeug angegriffen, sagte Polizeisprecher Mohammed al-Ghamdi demnach. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Das Konsulat war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.